• 26.11.2012, 11:06:08
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Notfall und kein Medikament? Apothekenruf 1455

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/3667/ Im Bild
v.l.n.r. Dr. Christian Müller-Uri (Präsident des Österreichischen
Apothekerverbandes, Vizepräsident der Österreichischen
Apothekerkammer), Mag. Gerry Foitik (Österreichisches Rotes Kreuz,
Bundesrettungskommandant) und Mag. pharm. Max Wellan (Präsident der
Österreichischen Apothekerkammer)

Wien (OTS) - Wer den Apothekenruf 1455 wählt, erhält rasch und
unbürokratisch Auskunft zu Apothekendiensten und Arzneimitteln. Mehr
als 100.000 Menschen haben bereits von der Telefonberatung der
Apothekerschaft Gebrauch gemacht. Dieses Service ist bei Kunden
genauso gefragt wie bei professionellen Rettungsdiensten, die
dringend ein Medikament brauchen. An den bevorstehenden
Weihnachtstagen werden tausende Anrufer erwartet.

Weihnachten: Stress für die Gesundheit und die Psyche

In der dunklen Jahreszeit steigen die Anrufe beim Apothekenruf
1455 empfindlich an. Der Advent und die bevorstehenden
Weihnachtsfeiertage sind nicht für alle Menschen mit Freude und
Besinnung verbunden. Viele Menschen sind im Dezember öfter
gesundheitlich beeinträchtigt oder leiden stärker an chronischen
Krankheiten als im Sommer. Auch übermäßiger Alkoholkonsum und das
üppige Essen wirken sich negativ auf die Gesundheit aus. Bei vielen
drückt auch die Einsamkeit rund um die Festtage auf das Gemüt, da ist
rasche und professionelle Hilfe besonders gefragt. Auf Grund der
Kumulation der Feiertage im heurigen Jahr werden die bevorstehenden
Weihnachtsfeiertage ohnedies zum Hochbetrieb für den Apothekenruf.
Weihnachten fällt auf einen Montag, und somit sind von Samstag bis
Mittwoch fünf Tage lang durchgehend die meisten Einrichtungen wegen
der Festtage geschlossen. Den Apotheken im Bereitschaftsdienst kommt
daher eine ganz besondere Bedeutung zu. Der Apothekenruf 1455 stellt
sich bereits auf tausende Anrufer ein, die rasch und unbürokratisch
Auskunft erhalten möchten.

Bereits über 100.000 Anrufe eingegangen

Der Apothekenruf 1455 wurde am 1. Jänner 2011 ins Leben gerufen,
um ursprünglich blinden und sehbehinderten Menschen telefonischen
Zugang zu Arzneimittelinformationen zu ermöglichen. Mittlerweile
befriedigt die telefonische Auskunft zu Apothekendiensten und
Arzneimittelinformationen darüber hinaus ein Bedürfnis der
Österreicherinnen und Österreicher, das alle Erwartungen übertrifft.
In den wenigen Monaten entwickelte sich der Apothekenruf 1455 zu
einer der wichtigsten Auskunftsnummern im Gesundheitsbereich. Allein
in den vergangenen Monaten haben 100.000 Menschen den Apothekenruf
1455 gewählt, um Auskunft über die nächste dienstbereite Apotheke
oder über ein Medikament zu erhalten. Laut einer Umfrage des
Meinungsforschungsinstituts IMAS aus dem Sommer 2012 kennt bereits
jeder zehnte Österreicher die Nummer des Apothekenrufs. Das Service
der Apotheker wird von allen Altersklassen sowie von Männern und
Frauen gleichermaßen in Anspruch genommen.

Hochbetrieb an Wochenenden und Feiertagen

Eine Analyse der 100.000 Anrufe ergibt, dass der Apothekenruf 1455
am stärksten an den Wochenenden und Feiertagen genutzt wird. "Rund 70
Prozent aller Anrufer wählen 1455 an einem Sonn- oder Feiertag", so
Mag.pharm. Dr. Christian Müller-Uri, Vizepräsident der
Österreichischen Apothekerkammer und Mitinitiator des Apothekenrufs
1455. Rund 80 Prozent der Anrufer wollen wissen, welche Apotheke
Bereitschaftsdienst hat und lassen sich eine Wegbeschreibung geben.
Die anderen 20 Prozent haben eine unmittelbare Frage zu einem
Arzneimittel. Diese Personen werden direkt zu einer Apothekerin,
einem Apotheker verbunden. "Mit dem Apothekenruf können wir Personen
mit Informationen versorgen, die in einem Notfall dringend ein
Medikament benötigen", so Müller-Uri.

Apothekenruf 1455: Große Unterstützung für Rettungsdienste

Die Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen - und entsprechend
hoch ist auch das Informationsbedürfnis. Damit sind die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst und in den
Rettungsleitstellen des Österreichischen Roten Kreuzes Tag für Tag
konfrontiert. Sie kommen diesem Informationsbedürfnis der Bevölkerung
gerne nach, stoßen aber auch immer wieder an ihre Grenzen, etwa, wenn
es um Arzneimittel und Apotheken geht.
"Seit zwei Jahren haben wir mit dem Apothekenruf 1455 einen
kompetenten Partner, an den wir spezielle Anfragen zu Medikamenten
und Apotheken weitervermitteln können. Das gibt uns das gute Gefühl,
unseren Patientinnen und Patienten Zugang zu Informationen aus erster
Hand zu geben", weiß Mag. Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des
Österreichischen Roten Kreuzes.
"Aber auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann der
Apothekenruf 1455 hilfreich sein", so Foitik weiter. Etwa wenn die
Rettungsdienste Patientinnen und Patienten aus dem Spital nach Hause
bringen und unterwegs noch eine dienstbereite Apotheke ansteuern, um
fehlende Medikamente zu besorgen. Da ist es gut zu wissen, dass neben
Apps und Online-Dienstplänen auch ein einfacher Anruf Aufschluss
geben kann.

Der Apothekenruf 1455 ist rund um die Uhr, 24 Stunden, 365 Tage
lang erreichbar. Die gesamten Kosten für den Apothekenruf übernimmt
die Österreichische Apothekerkammer. Die Gesprächsgebühren für den
Kunden sind lediglich zum Ortstarif.

Häufig gestellte Fragen

Den Apothekerinnen und Apothekern werden am häufigsten Fragen zu
Wechselwirkungen, Nebenwirkungen sowie zur korrekten Einnahme eines
Arzneimittels gestellt: Verträgt sich das neu verschriebene
Medikament mit meinen bisherigen Arzneimitteln? Was gibt es bezüglich
der Ernährung zu beachten? Verträgt sich meine Pille mit dem
verschriebenen Antibiotikum? Durch den Apothekenruf erhalten die
Anrufer unverzüglich eine fachkundige Auskunft zu jeder Tages- und
Nachtzeit. Natürlich kommt es auch immer wieder vor, dass Patienten
bei akuten Beschwerden in ihrem Medikamentenschrank nach geeigneten
Arzneimitteln suchen, aber der Beipackzettel fehlt. Hier ist die
schnelle Hilfe einer Apothekerin, eines Apothekers gefragt. Die
Apotheker können dem Patienten profunde Auskunft geben, ob das
Medikament für die vorhandenen Symptome geeignet ist und wie er es
korrekt einnimmt. Auch Personen mit einer Sehbeeinträchtigung
ermöglicht der Apothekenruf einen barrierefreien Zugang zur
Medikamenteninformation.

Die Nacht- und Bereitschaftsdienste der Apotheken

Das österreichische Apothekensystem zeichnet sich durch eine
flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln und
Gesundheitseinrichtungen aus. In Österreich bieten die Apotheken
neben ihrer normalen Öffnungszeiten von rund 48 Stunden pro Woche
noch zusätzlich Bereitschaftsdienste an, die von der Bevölkerung
intensiv in Anspruch genommen werden. Jede Nacht, an jedem Wochenende
und an jedem Feiertag haben rund 400 Apotheken in Österreich -
verteilt über alle Bundesländer - Dienst. Die wichtigste Aufgabe der
Apothekerinnen und Apotheker im Bereitschaftsdienst ist die
unbürokratische und rasche Versorgung der Notfälle. "Krankheiten
halten sich eben nicht an Öffnungszeiten. In manchen Apotheken werden
an einem Sonntag bis zu 300 Patienten versorgt", so Mag. pharm. Max
Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer. Die
Bereitschaftsdienste der österreichischen Apotheken sind weltweit
einzigartig. "In Wien haben beispielsweise jede Nacht 35 Apotheken
Bereitschaftsdienst. In vielen anderen europäischen Hauptstädten
erreichen Sie - wenn überhaupt - nur eine Einzige", so Wellan.

Eine wichtige Funktion kommt den Apothekerinnen und Apothekern im
Nachtdienst zu, die zwischen "Notfall" und "Notfall" unterscheiden
müssen. Auf Grund des niederschwelligen Zugangs wenden sich gerade im
Bereitschaftsdient viele Kunden mit allgemein gesundheitsbedrohlichen
Problemen an die ApothekerInnen. "Unsere geschulten Kolleginnen und
Kollegen kommt die Aufgabe zu, in wenigen Sekunden die Warnsignale
einer Erkrankung zu erkennen und zu entscheiden, ob der hilfesuchende
Patient in einem Krankenhaus behandelt werden muss oder ob wir direkt
in der Apotheke helfen können", informiert Wellan.

Apothekensuche leicht gemacht

Smartphone-Besitzer können auch über die kostenlose Apotheken-App
- kurz Apo-App - erfahren, wo sich die nächste Apotheke befindet und
welche Apotheke gerade Nachdienst hat. Die Daten sind tagesaktuell
und können von allen Smartphones abgerufen werden. Über die Apo-App
kann auch der Apothekenruf 1455 angewählt werden.

Apotheken auf einen Blick

In Österreich spielen die öffentlichen Apotheken eine wichtige
Rolle als Gesundheitsnahversorger. Ob Großstadt, Kleinstadt oder
Gemeinde: Die österreichischen Apotheken liefern Qualität auf
höchstem Niveau. Das bestehende Apothekensystem garantiert eine
flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln und stellt die
Versorgung der Patienten in den Mittelpunkt. Insgesamt beraten 5.700
akademisch ausgebildete Apothekerinnen und Apotheker in 1.320
Apotheken die Bevölkerung in Gesundheitsfragen. Die
Beratungskompetenz ist eine der zentralen Leistungen der Apotheker.

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