Schulungsbeginn für 26 interkulturelle GesundheitslotsInnen

Projekt der Volkshilfe Wien und des Staatssekretariats für Integration soll MigranntInnen in Zukunft besseren Zugang zum österreichschen Gesundheitssystem ermöglichen.

Wien (OTS) - Seit Mittwoch drücken 26 zukünftige interkulturelle GesundheitslotsInnen buchstäblich wieder die Schulbank. Sie nehmen am Projekt "MiMi - GesundheitslotsInnen in Wien" der Volkshilfe Wien und des Staatssekretriats für Integration teil das Menschen mit Migrationshintergrund zu MultipliklatorInnen im Bereich Gesundheit und Integration ausbildet. Das Ziel des Projekts ist, MigrantInnen einen besseren Zugang zum österreichischen Gesundheitssystem zu ermöglichen.

"Wir sind überrascht, wie viele sehr gut integrierte, gebildete und sprachlich versierte MigrantInnen unserem Aufruf gefolgt sind, sich zu engagieren und einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten", freut sich Dipl.-Soz. Ramazan Salman, Geschäftsführer des Ethnomedizinischen Zentrum e.V. Hannover. Er entwickelte das Projekt "MiMi-GesundheitslotsInnen" vor neun Jahren in Deutschland und unterstützt die Volkshilfe jetzt bei der Umsetzung in Wien. Über das große Interesse freuen sich auch Mag.a Petra Dachs und Mag. Armin Hanschitz, die das Projekt innerhalb der Volkshilfe Wien leiten: "Wir konnten gar nicht allen BewerberInnen einen Schulungsplatz anbieten. Offensichtlich leben in Wien viele MigrantInnen, die Interesse an Gesundheitsthemen haben und ihr Wissen auch weitergeben möchten."

Vorallem Frauen an Angebot interessiert

Bei den zukünftigen interkulturellen GesundheitslotsInnen handelt es sich zu einem überwiegenden Teil um Frauen, aber auch Männer interessieren sich für das Thema Gesundheit. Das Durchschnittsalter in der Gruppe liegt bei rund 38 Jahren. Mehr als ein Drittel hat einen akademischen Abschluss. Sie kommen aus Afghanistan, Bosnien, Griechenland, Indonesien, Kamerun, Kroatien, Mazedonien, Russland, Serbien, dem Sudan, Tadschikistan, der Türkei und der Ukraine. In den kommenden Wochen erwerben alle zukünftigen LostsInnen Grundkenntnisse über das österreichische Gesundheitssystem und werden sich mit Themen wie die Auswirkungen der Migration auf die Gesundheit und Prävention, Ernährung und Bewegung, seelische und psychische Gesundheit und Gesundheit im Alter auseinandersetzen.

Die Schulung endet nach 50 Einheiten mit einem Zertifikat zum bzw. zur interkulturellen GesundheitslotsIn. Danach beginnt für die interkulturellen GesundheitslotsInnen die eigentliche Arbeit: Ihre Aufgabe ist, Informationsveranstaltungen zu Gesundheitsthemen in MigrantInnen-Communities zu organisieren und das Erlernte in der jeweiligen Muttersprache und in einer kultursensiblen Art und Weise weiterzugeben. Der Zugang zu den verschiedenen MigrantInnengruppen soll so verbessert und Nachhaltigkeit gewährleistet werden. Geplant sind auch ein mehrsprachiger Wegweiser mit Informationen zur grundlegenden gesundheitlichen Versorgung in Österreich, der den LotsInnen zur Verfügung stehen wird, und Möglichkeiten zur Fortbildung. Für ihre Arbeit erhalten die interkulturellen GesundheitslotsInnen eine Aufwandsentschädigung.

Vernetzung mit Gesundheitseinrichtungen und sozialen Einrichtungen

Die Vernetzung mit Gesundheitseinrichtungen und sozialen Einrichtungen ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts "MiMi-GesundheitslotsInnen in Wien". Viele Partnerorganisationen wie die Ärztekammer Wien, Arbeiterkammer Wien, Wirtschaftskammer Österreich, Wiener Gesundheit, Industriellenvereinigung, Wiener Gebietskrankenkasse und viele mehr unterstützen das Projekt ideel und organisatorisch.

"MiMi - GesundheitslotsInnen in Wien" wird vom Bundesministerium für Inneres gefördert.

Rückfragen & Kontakt:

Volkshilfe Wien
Mag.a (FH) Christine Penz
Tel.: 0043 1 360 64-79
penz@volkshilfe-wien.at
www.volkshilfe-wien.at

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