Foglar: Soziales Jahr sinnvolle Weiterentwicklung des Zivildienstes

Zukunftsorientiertes Modell auch angesichts steigenden Pflegebedarfs

Wien (OTS/ÖGB) - "Vom Sozialen Jahr, wie es Sozialminister Rudolf Hundstorfer präsentiert hat, würden alle profitieren: Die jungen, engagierten Menschen durch gute Entlohnung und soziale Absicherung und die KlientInnen der Trägerorganisationen durch besser ausgebildete und motivierte freiwillige HelferInnen", sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar. "Das Soziale Jahr ist eine höchst sinnvolle Weiterentwicklung des Zivildienstes."++++

Die Zahl der Zivildiener würde in den kommenden Jahren aufgrund geburtenschwacher Jahrgänge sinken. Das könne für die Organisationen, die derzeit Zivildiener nutzen, zum Problem werden. "Gerade um das, was der Zivildienst derzeit leistet, aufrecht zu erhalten, aber auch um die jungen Menschen sozialrechtlich und einkommensmäßig besser abzusichern, ist der Umstieg auf das Soziale Jahr sinnvoll." Die Entlohnung auf Basis von bestehenden Kollektivverträgen und geltendem Arbeitsrecht sei aus gewerkschaftlicher Sicht ein wesentliches Element im Konzept des Sozialministers. "Die Bezahlung auf kollektivvertraglicher Grundlage statt des bisherigen Taschengeldes für Zivildiener ist ein riesiger Fortschritt", so Foglar.

Mit dem Sozialen Jahr würden außerdem breiteren Bevölkerungsschichten neue Chancen eröffnet, in Berufen im Sozial-, Gesundheits- und Pflegebereich tätig zu sein als nur jenen jungen Männern, die keinen Dienst an Waffen leisten wollen. "Das sind Zukunftsbranchen, hier werden dringend motivierte, gut ausgebildete Fachkräfte gebraucht. Das Soziale Jahr kann viel mehr Menschen den Einstieg in diese Berufe ermöglichen, der Zivildienst kann das nicht leisten", so Foglar. "Sozial engagierte junge Männer und Frauen sind wesentlich, um das Funktionieren unseres Sozialstaates zu gewährleisten. Es ist daher nur fair, diese wichtige Arbeit sozial abzusichern und auf der Grundlage von Kollektivverträgen zu bezahlen."

Die Kosten, sowohl für den Staat als auch für die Organisationen, würden im Großen und Ganzen gleich bleiben. "Nach Berechnungen des Sozialministeriums würde das soziale Jahr 211 Millionen Euro an Kosten verursachen, gegenüber den 208 Millionen, die das derzeitige Zivildienstsystem kostet. Drei Millionen mehr, die uns die Qualitätssteigerung wert sein sollte", so Foglar.

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