Neues Volksblatt: "Experimente" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 17. November 2012

Linz (OTS) - Im besten Fall muss SPÖ-Sozialminister Hundstorfer den Beweis gar nicht antreten, dass sein Zivildienst-Ersatzmodell eines bezahlten Sozialjahres funktioniert. All jenen, die mit Zivildienern zu tun haben - Trägerorganisationen sowie die von ihnen betreuten, ja auch versorgten Menschen - bliebe ein Experiment mit ungewissem Ausgang erspart. Ob Kostenberechnung, Anzahl der Freiwilligen oder Beschränkung des Einsatzes auf einen eingeengten Kreis: Das Hundstorfer-Modell enthält Unsicherheitsfaktoren, die nicht einfach vom Tisch zu wischen sind.
Jenen, die der Meinung sind, eine "Gemeinwohlverpflichtung" (Rot-Kreuz-Generalsekretär Werner Kerschbaum) sei auch in Zukunft zeitgemäß, liefert Hundstorfer jedenfalls Argumentationshilfe: Wer das Bewährte erhalten will, stimmt für die Beibehaltung der Wehrpflicht und gegen unsichere Konzepte, ob von Darabos oder Hundstorfer.
Und das, was der Sozialminister als Zuckerl in sein Konzept verpackt - wie Anrechnung erworbener Qualifikationen für Ausbildung und Studium oder als Vordienstzeit für den öffentlichen Dienst - könnte man Zivildienern auch so zugestehen. Wie ja überhaupt gilt: Sowohl der Wehr- als auch der Zivildienst sind an die jeweiligen Erfordernisse der Zeit anzupassen. Das freilich ist ein Verbesserungsprozess, was den wesentlichen Unterschied zu jenen Experimenten bildet, die die SPÖ den Menschen zumuten will.

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