Jakob Auer: Landwirtschaft ist mehr als Produktion von Nahrungsmittel!

ÖVP-Landwirtschaftssprecher anlässlich Plenardebatte zum Agrarbudget

Wien, 16. November 2012 (OTS/ÖVP-PK) - "Landwirtschaft ist mehr als Produktion", weist Bauernbund-Präsident und ÖVP-Landwirtschaftssprecher Abg. Jakob Auer auf die breite Palette an Wertschöpfung und Wertschätzung ländlicher Räume durch die Arbeit unserer bäuerlichen Familien anlässlich der Budgetdebatte zum Agrarbudget hin. Die Wertschöpfung der landwirtschaftlichen Primärproduktion bestehe aus vielen Aspekten: Sie reiche von der Lebensmittelerzeugung über die Erzeugung von Produktionsmitteln, wie etwa Futtermittel für die Tierhaltung, bis hin zur Energieerzeugung. Als Kuppelprodukte erbringe die Landwirtschaft aber auch viele indirekte, häufig nicht monetär bezahlte Leistungen mit hoher Wertschätzung, wie etwa die Erhaltung der Kulturlandschaft, des Landschaftsbildes und leiste wichtige Beiträge zum Klima-, Natur- und Umweltschutz.

Der Einfluss der Landwirtschaft erstreckt sich auch auf vor- und nachgelagerte Bereiche, nennt Auer etwa den Handel von Saatgut, Dünger, Futtermittel und Maschinen oder auf lebensmittelverarbeitende Unternehmen . "Das Agribusiness ist einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige des Landes", erinnerte Auer daran, dass 2011 rund 530.000 Menschen im und um den Agrarsektor Beschäftigung fanden. Das sind knapp 13 Prozent aller Erwerbstätigen. "Unsere bäuerliche Landwirtschaft übernimmt vor allem aber Verantwortung für die Versorgung. Hingegen haben Konzerne und Agrarindustrie lediglich Gewinnmargen und Kostenstrukturen im Visier", wies Auer darauf hin, dass in Österreich mehr als 93 Prozent der Bauernhöfe als Familienbetriebe geführt werden. "Ein einziger Bauer ernährt heute 70 Menschen in Österreich", betont Auer. "Die Landwirtschaft ist aber auch ein guter Kunde", nennt Auer die Nachfrage für Betriebsmittel, Investitionsgüter und Dienstleistungen. Es sind vor allem kleinere und mittlere Betriebe aus Handel, Handwerk und Gewerbe, die wirtschaftlich stark mit der Landwirtschaft verbunden sind.

Alles tun, um österreichischen Weg fortsetzen zu können!

Für den Fortbestand einer umweltorientierten bäuerlichen Landwirtschaft seien daher bei der Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik alle Anstrengungen zu unternehmen, um diesen österreichischen Weg der Wertschöpfung und Wertschätzung gemeinsam weiter zu gehen. Die Ausgleichszahlungen der GAP haben mit einem Anteil von knapp 60 Prozent des landwirtschaftlichen Einkommens einen enorm hohen Stellenwert für die Landwirtschaft. "Es braucht daher den vollen Einsatz aller politischer Verantwortlichen bis hin zum Bundeskanzler, um die Agrargelder in Brüssel und mit diesen tausende heimische Existenzen abzusichern", erinnerte Auer an die Zugeständnisse der österreichischen Regierung bei einer Gesprächsrunde im Bundeskanzleramt. "Es darf zu keinen weiteren Kürzungen in der 1. Säule kommen. Das Budget muss ebenso halten wie die Kofinanzierungssätze in der 2. Säule", fordert Auer.

Kritik übt Auer auch an den aktuellen Vorschlägen von Ratspräsident Van Rompuy. Für Österreich würde das ein Minus von 30 Prozent bei der Ländlichen Entwicklung bedeuten. Statt den geforderten 3,8 Milliarden wären es dann nur mehr 2,89 Milliarden Euro. Laut einer Wifo-Studie sind dann 23.000 außerlandwirtschaftliche und rund 75.000 landwirtschaftliche Arbeitsplätze in Gefahr. "Das dürfen wir nicht zulassen", so Auer abschließend. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPK0008