Concrete Student Trophy 2012 Fiktive Sporthalle für Klosterneuburgs Happyland

Österreichs Architektur- und Bauingenieurnachwuchs bleibt am Ball

Wien (OTS) - Im Rahmen der Preisverleihung am 13. November 2012 wurde der Entwurf "das geordnete chaos" des TU Wien-Studententeams Bernhard Parzer, Robert Vierlinger, Dominik Joelsohn und Thomas Schaumberger mit dem ersten Preis ausgezeichnet. "Dreifachhalle" und "Korbarena" teilten sich ex aequo den zweiten Platz. "Die Art, wie die Projekte umgesetzt wurden, zeigt große Affinität zum Wettbewerb. Der sportliche Teamgeist macht sich stark bemerkbar. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass man Architekten und Bauingenieure als Teamplayer unterstützen soll", erklärt DI Felix Friembichler, Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie. Die Concrete Student Trophy war 2012 mit Preisgeldern von insgesamt 13.000 Euro dotiert.

Die siebente Ausgabe des interdisziplinären Wettbewerbs widmete sich einem sportlichen Thema. Aufgabe für die Studententeams aus den Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurwesen war es, gemeinsam eine barrierefreie Basketball-Wettkampfhalle als multifunktionale Sportstätte für nationale Clubs zu entwerfen. Als fiktiver Bauplatz wurde das Klosterneuburger Happyland herangezogen. Ziel war der Entwurf eines Bauwerks in Beton als Werkstoff zur freien Formgebung, wobei das Hauptaugenmerk auf dem architektonischen und statischen Konzept der interdisziplinären Teams liegen sollte. Gleichzeitig sollten Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz eine wichtige Rolle einnehmen. Klosterneuburgs Vize-Bürgermeister Richard Raz zeigt sich von den Entwürfen begeistert: "Unser Gemeinderat hat erst vor wenigen Wochen eine Renovierung der Sportstätte bewilligt. Dieser Wettbewerb kommt sehr gelegen, um sich wertvollen Input zu holen." Unter dem Vorsitz der Wiener Architektin Hemma Fasch von fasch&fuchs Architekten hat die Jury aus insgesamt zwölf vollständig eingereichten Projekten die Gewinner ermittelt. Einmal mehr beeindruckte das hohe Niveau der Arbeiten, sei es durch die gestalterische Auseinandersetzung mit dem Thema an sich und der beengten Situation des Bauplatzes wie auch die Raffinesse und gute Umsetzbarkeit der Konstruktionen.

Souveränes Siegerprojekt "das geordnete chaos"

Dem Studententeam der TU Wien - Bernhard Parzer, Robert Vierlinger, Dominik Joelsohn und Thomas Schaumberger - gelang eine überraschende Lösung für die Bauaufgabe. Sie versenkten das Bauwerk teilweise in den Untergrund und errichteten mit einer zeltförmigen Konstruktion in der Gegenrichtung ein fast rituelles Szenario, das einem archaischen Kampfplatz gleichkommt. Besondere Beachtung der Jury fand die unkonventionelle Form und Konstruktion der Gebäudehülle als unregelmäßig ausgeführte Gitterschale, die mit einem einfachen, klaren Baukonzept einhergeht. Die Idee des Siegerteams ist aufgegangen: "Wir haben es geschafft, mit einer einfachen Form den gesamten Raum zu schaffen." Der Innenraum ist übersichtlich strukturiert und bietet unter der beeindruckenden Kuppel ein stimmungsvolles Ambiente für Spieler und Publikum. Auch konstruktiv blieben bei "das geordnete chaos" keine Fragen offen. Die Statik ist gut überlegt und die Konstruktion allgemein stimmig und plausibel. Durch das Versenken der Spielebene in den Untergrund wird für die Ankommenden eine gute Übersicht über den gesamten Innenraum geschaffen. Insbesondere der direkte Blick auf die Spielfläche macht den Zugang zu den Zuschauertribünen sehr attraktiv. Ein weiteres Highlight ist die Belichtungssituation über die Dachhaut, die eine raffinierte Lichtinszenierung ermöglicht und dem jeweiligen Spiel noch mehr Dramatik zu verleihen vermag.

Zwei Mal zweiter Platz - Dreifachhalle und Korbarena

Die Projekte "Dreifachhalle Klosterneuburg" und "Korbarena Klosterneuburg" teilen sich ex aequo den zweiten Platz. Das Team Johanna Aufner und Patrick Hollinsky (TU Wien) setzte auf eine als Dreifachhalle konzipierte Arena, die einen starken Bezug zum Außenraum aufweist. Beeindruckt haben die Bezugspunkte zur realen Situation, in dem die Nutzräume teilweise in den Altbestand ausgelagert werden. Das Gesamtprojekt reflektiert gut auf die beengten Platzverhältnisse. Im Innenraum überzeugen die bewusst gesetzten Freiflächen im Zuschauerraum, wodurch dieser einer Vielzahl von Rollstuhlfahrern nicht nur zugänglich, sondern auch besonders gut nutzbar gemacht wird. "Wir wollten ein Projekt entwerfen, das auch baubar wäre", erklärt Johanna Aufner. "Die gesamte Hülle besteht aus Porenbeton, den Baustoff halten wir für sehr zukunftsweisend". "Die beiden sind immer als Team aufgetreten. Und die Architektin war nicht verlegen, auch Fragen zur Statik zu beantworten", erklärt Betreuer DI Christoph Müller von der TU Wien den Erfolg.

Die Korbarena von Stefan Prattes, Christoph Fladl und Paul Öller, einem Studententeam der TU Graz, hat die Form eines verkehrt gesetzten Pyramidenstumpfes, der selbst eine Arena visualisiert. Der Projektentwurf als reine Spielstätte hat sich minutiös an den vorgegebenen Bauplatz gehalten und bietet eine Landmark unter sehr beengten Verhältnissen. Die wohl überdachte Nutzung des Bestandplatzes mit Fokussierung auf das Spielfeld lässt in der konstruktiven Idee allerdings nur einen asymmetrischen Aufbau des Zuschauerraums zu. "Wir haben uns vom Start weg sehr schwer getan mit der Aufgabenstellung, haben uns das Grundstück angeschaut und dachten, mit den Vorgaben schaffen wir es nicht. Doch der Statiker hat ein Konzept vorgeschlagen", so das Grazer Team. "Wir freuen uns auch, dass wir als einziges Team für die TU Graz weitergekommen sind."

Drei Anerkennungspreise an Teams der TU Wien

Gleich drei Mal vergab die Jury einen Anerkennungspreis an Teams der TU Wien für die Projekte "vessel for dukes" von Rene Mathe und Martin Reithmeier, "BK Twister" von Friedrich Brauner, Alban Wagener und Florian Brauner, sowie "boiling pot" von Robert Breinesberger, Matthias Kositz und Erwin Winkler.

Kreativ, aber realistisch

Die Zusammenarbeit zwischen Studenten der Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurswesen im Rahmen der Concrete Student Trophy stellt eine interdisziplinäre Herausforderung dar, die gut angenommen wird. Hohe architektonische Ansprüche und konstruktive Kreativität sowie ökologische Aspekte und Barrierefreiheit, sicherlich Hauptrichtlinien im künftigen Berufsleben, können im Rahmen einer solchen Aufgabenstellung gut trainiert werden. "Wir möchten, dass die Zusammenarbeit für den Wettbewerb beflügelt, aber nicht abheben lässt. Ein realitätsbezogenes Arbeiten ist uns enorm wichtig, damit die Teilnehmer ein Gefühl dafür bekommen, was machbar ist und was nicht", sagt Friembichler.

Weitere Infos unter www.zement.at

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Andrea Baidinger
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