GLOBAL 2000: Deutsche Ökostromanbieter zum Boykott von Verbund aufgerufen

Einstiegspläne von Verbund in Braunkohlekraftwerk und Kohlebergbau in Türkei sorgen international für Verstimmung

Wien (OTS) - Der Verbund wirbt damit, Strom zu 100 Prozent aus Wasserkraft zu produzieren. Gleichzeitig errichtet das österreichische Unternehmen in der Türkei ein Braunkohlekraftwerk. Außerdem besteht der Verdacht, dass neben dem Kraftwerk auch noch eine neue Braunkohlemine gebaut werden soll. Dies sorgt nun für Verstimmung über die Grenzen Österreichs hinaus: Deutsche Umweltorganisationen empfehlen nun den diversen deutschen Ökostromlieferanten, die Verträge mit dem Verbund aufzukündigen oder zumindest keine weiteren Verträge mehr abzuschließen, wenn der Verbund das Braunkohlekraftwerk tatsächlich in Betrieb nimmt. Die Ökostromanbieter kaufen derzeit Strom vom Verbund, der laut Deklaration zu 100 Prozent aus sauberer Wasserkraft kommt, und speisen ihn in das Netz ein.

In dem heutigen Bericht der TAZ "Ökostrom auf Koks" wird festgehalten, dass deutsche Ökostrombetreiber wie Naturstrom, die 35 Prozent ihres Stroms vom Verbund beziehen, jetzt gehörig unter Druck kommen. Im Bericht zeigen sich die Ökostrombetreiber über die Aktivitäten des Verbundes in einer ersten Reaktion überrascht.

"Der Verbund schädigt mit dem Plan, ein Braunkohlekraftwerk in der Türkei zu errichten, nicht nur massiv das Klima, sondern mittlerweile auch das eigene Geschäft. Derartige Aktivitäten sind mit dem Bild eines sauberen Unternehmens, das der Verbund von sich selbst zeichnet, nicht länger vereinbar", sagt Johannes Wahlmüller, Klima-und Energiesprecher von GLOBAL 2000. Laut einem Bericht des britischen Beratungsunternehmens UBS besteht zudem die Gefahr "unumkehrbarer Schäden für die Umwelt". Zusätzlich drohen WHO-Grenzwertüberschreitungen bei Luftschadstoffen.

GLOBAL 2000 fordert Aufklärung: "Wenn die Pläne vom Verbund in der Türkei stimmen, ist das ein massiver Widerspruch zum Leitbild des Unternehmens. Wie ist das Bild eines sauberen Stromproduzenten vereinbar mit der Errichtung eines Braunkohlekraftwerks und einer Braunkohlemine?", fragt Wahlmüller abschließend.

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