Expertenrunde zum Thema Wissenschaftskommunikation: "Wichtig bleibt ein kritischer Blick"

APA-OTS lud Wissenschaftsjournalisten und -experten ins Funkhaus Wien - Wie können Menschen für wissenschaftliche Themen begeistert werden?

Wien (OTS) - Sie sind nicht einfach zu beschreiben - die vielseitigen Disziplinen der Wissenschaft. Ebenso fordernd ist es, diese Themen für den Mainstream aufzubereiten und zu kommunizieren. So der Tenor aus der jüngsten OTSconnect-Veranstaltung. Branchenexperten aus Medien und Kommunikation diskutierten heute, Mittwoch, zum Thema "Wie smart 'verkauft' sich Wissenschaft?".

Oliver Lehmann, Vorsitzender Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten, stellte einleitend die Frage nach der Zielgruppe und deren Bedürfnissen. Dabei spricht er den Mangel an österreichischen Studien zum Leseverhalten an: "Was erwarten Leserinnen und Leser in Bezug auf Wissenschaft überhaupt? Möglicherweise ist das Interesse ja höher, als wir es allgemein annehmen."

Alwin Schönberger, Leiter von profil Wissen, tritt ebenso gegen das allzu elitäre Image der Wissenschaft an und will jede und jeden als Zielgruppe definieren, "ich möchte hier lieber das Wort 'Wissen' verwenden, das viel mehr umfasst".

Die populärwissenschaftliche Aufbereitung von Themen, wie beispielsweise den humoristischen Ansatz der ScienceBusters, sieht APA-Wissenschaftsressortleiter, Christian Müller, zwar positiv, doch nicht ohne Skepsis: "Der niederschwellige Ansatz ist gut, wichtig bleibt jedoch immer ein kritischer Blick."

Klaus Taschwer, Der Standard Wissenschaft, sprach sich dafür aus, das Selbstverständnis der Wissenschaft zu stärken und betonte die Schnittmenge zu anderen Ressorts und Themen. "Wissenschaft lässt sich nicht nur auf Technologie und Innovation beschränken. Wissenschaft hat auch eine politische Aufgabe - wie Klimaschutz oder die Gentechnik-Diskussion - und soll sich ruhig trauen, sich auch in anderen Bereichen einzubringen."

Als "Übersetzer" sieht sich der Chefredakteur des Magazins Terra Mater, Andreas Wollinger, in seiner Funktion als Wissenschaftsjournalist. "Es ist unsere Aufgabe, hier Verständnis zu schaffen. Unsere Bandbreite und die Möglichkeiten, Menschen für wissenschaftliche Themen zu begeistern, ist groß. Wir sollten alle Arten der Aufbereitung nutzen und miteinander vernetzen."

"Die Professionalisierung der Wissenschaftskommunikation und damit auch Informationsgrad und Anteilnahme der Menschen ist in den letzten Jahrzehnten bedeutend gestiegen", sagte Bertram Schütz, Science Communications. Dennoch würden Untersuchungen belegen, dass die Menschen immer skeptischer gegenüber wissenschaftlichen Themen werden, was einerseits an den Themen selbst läge - z.B. Atomforschung, Gentechnik und Klimaveränderung, "aber auch an der politischen Stimmung", so Schütz.

Lehmann wünscht sich "Wissenschaftskommunikatoren, die tatsächlich aus der Wissenschaft kommen", was auch im Ausbildungssystem stärker zu berücksichtigen wäre und die Glaubwürdigkeit erhöhe. "Themen, die nicht kommuniziert sind, gehen unter, auch bei der Vergabe von Fördergeldern", ergänzte Taschwer. Als Hoffnungsträger, v.a. für die Selektion, Sichtung und Prüfung der kaum noch überschaubaren Informationsfülle, sieht Lehmann eine Initiative der APA, die Plattform APA-Science, die sich aus seiner Sicht "zum Meta-Blog für Wissenschaftsthemen entwickeln kann - wenn denn genügend redaktionelle Ressourcen vorhanden sind".

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