- 14.11.2012, 12:50:19
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ÖH zum Beschluss über die PädagogInnenbildung NEU
Klares Nein der Studierenden zu flächendeckenden Zugangsbeschränkungen für pädagogische Studien und ausschließlich berufsbegleitenden Master
Utl.: Klares Nein der Studierenden zu flächendeckenden
Zugangsbeschränkungen für pädagogische Studien und
ausschließlich berufsbegleitenden Master=
Wien (OTS) - Die Österreichische HochschülerInnenschaft steht den
letzten Freitag beschlossenen Rahmenbedingungen für die
PädagogInnenbildung insgesamt ambivalent gegenüber. "Wichtige Fragen
werden in dem von der Regierung beschlossenen Entwurf ausgeklammert",
so Angelika Gruber vom Vorsitzteam der ÖH. "Der Institutionenfrage
wurde geschickt ausgewichen und auch der Master für alle PädagogInnen
kennt immer noch Ausnahmen." Die vorgesehenen flächendeckenden
Zugangsbeschränkungen für pädagogische Studien an allen
Hochschultypen lehnt die ÖH entschieden ab: "Knock-Out-Prüfungen
können nichts über die "Eignung" für einen pädagogischen Beruf
aussagen. Die ÖH unterstützt daher Modelle die über einen Ausbau der
Studienberatung, frühe Praxiserfahrung und reflexive
Mentoringsituationen dazu beitragen Studierende zu guten und
zufriedenen PädagogInnen auszubilden", so Gruber.
Auch bei der Ausgestaltung des neuen LehrerInnendienstrechts ist
besonders darauf zu achten, dass eine "reguläre" Lehrbefugnis nur
durch einen Masterabschluss gegeben sein darf. "In keinem Fall dürfen
BachelorabsolventInnen nach dem Unterrichtspraktikum beispielsweise
mit befristeten regulären Lehrverträgen weiter unterrichten. Das
würde ein verpflichtendes Masterstudium komplett unterwandern und
JungpädagogInnen in prekäre Beschäftigungsbedingungen drängen. Auch
im Dienstrecht müssen klare Rahmenbedingungen geschaffen werden um
sicherzustellen, dass das Unterrichtspraktikum während der
Induktionsphase maximal eine halbe Lehrverpflichtung beträgt", so
Gruber.
Ein berufsbegleitender Master als Regelfall kommt für die ÖH jeden
falls nicht in Frage: "Wissenschaftliche Studien belegen, dass durch
diese Mehrfachbelastung höchstens veraltete pädagogische und
fachdidaktische Schemata reproduziert werden", erklärt Gruber.
"Anders als propagiert schreibt der beschlossene Entwurf jedoch
weiterhin kein Masterstudium für alle zukünftigen PädagogInnen fest.
Gerade im Bereich der berufsbildenden PädagogInnen wurden Ausnahmen
aufgenommen, die es QuereinsteigerInnen weiterhin ermöglicht ohne
jegliche pädagogische und fachdidaktische Bildung sofort an Schulen
zu unterrichten, während sie erst nebenbei beginnen das Studium zu
absolvieren. Bei der Formulierung des Gesetzes muss hier unbedingt
noch nachgebessert werden, damit alle angehenden PädagogInnen auf
jeden Fall von Beginn an über pädagogische und didaktische Grundlagen
verfügen."
Da die Institutionenfrage nach wie vor nicht entschieden werden
konnte wurde am Freitag die Einsetzung des Zertifizierungsrates
bekannt gegeben. "Es ist überaus problematisch, dass zukünftig ein
parteipolitisch besetztes Gremium aus 6 Personen über Studieninhalte
entscheiden soll. So ist gänzlich unklar nach welchen Kriterien die
Zertifizierung zukünftiger pädagogischer Studien stattfinden soll",
so Gruber.
"Der Entwurf bietet in manchen Teilen zwar eine gute
Diskussionsgrundlage, aber es sind die Feinheiten die entscheidend
sind und jetzt nach der Regierungsklausur offen weiter verhandelt
werden müssen. Wir werden uns daher weiterhin intensiv in den Diskurs
einbringen", soGruber. "Gegen flächendeckende Zugangsbeschränkungen
werden wir aber in jedem Fall weiter mit aller Vehemenz kämpfen."
Eine Stellungnahme der ÖH und eine detaillierte Punktuation zum von
der Regierung beschlossenen Entwurf finden Sie unter www.oeh.ac.at
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