Macht korrumpiert - und: Es ist alles eine Frage des Charakters

Salzburg (OTS) - Korrumpiert Macht? Diese Frage stellte sich am Dienstagabend, den 13. November 2012, eine Podiumsdiskussion der Katholischen Hochschulverbindung Rheno Juvavia Salzburg. Ein hochkarätiges Podium - Gabriele Moser, Ludwig Scharinger, Manfred Ainedter und Kurt Kuch - diskutierte in der Bibliotheksaula der Universität Salzburg.

Mehr als hundert Besucher verfolgten die spannende Diskussionsrunde in der Bibliotheksaula der Universität Salzburg. Gabriele Moser, bis vor kurzem Vorsitzende des Korruptions-Untersuchungsausschusses des Parlaments, stellte gleich zu Beginn fest: "Korruption ist eine Frage des Charakters. Aber es scheint in Österreich Tradition zu sein, mit einem Aug zu zwinkern und das andere zuzudrücken." Denn: "für Karl Heinz Grasser war es ganz normal sich seine Homepage sponsern zu lassen". Darauf stellte der Anwalt des angesprochenen Grasser, Manfred Ainedter, klar: "Es ist klar dass Macht korrumpiert, das ist auf der ganzen Welt so. Gesetze alleine können nicht alles regeln, sie können nicht verhindern dass Leute stehlen."

Der langjährige Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, Ludwig Scharinger, (laut Industriemagazin 2010 der mächtigste Manager Österreichs) stellte fest: "Politiker brauchen Privatsphäre, Politiker müssen Geld verdienen dürfen, sonst bekommt man keine Guten". Dem hielt Kurt Kuch, stv. Chefredakteur von NEWS entgegen: "Gelegenheit macht Diebe. Ich würde es in Österreich als legalisierte Korruption bezeichnen."

In der folgende Diskussion zur Gesetzgebung stellt Scharinger fest: "Gesetze schützen Bürger zu Tode! Man nimmt ihnen die eigene Verantwortung und dadurch schwindet das Verantwortungsbewusstsein und führt zum Verfall von Sitten und Moral. Wir müssen den Menschen wieder etwas zutrauen." Moser ruft die Medien in ihre Verantwortung. Sie wären "Behüter der politischen Moral neben dem Gesetz". Doch "Verfahren mit Öffentlichkeit dauern einfach länger, weil sich die Justiz nicht rasch zu entscheiden traut", stellt Ainedter klar. Alles habe eben "Ursache und Wirkung". Zu schnell werde geurteilt und die Verfahren dadurch erschwert, meint der Grasser Anwalt: "Androsch ist auch verurteilter Steuerhinterzieher, der heute, von mir sehr geschätzt, uns allen das Leben erklärt". Das Schlusswort hatte der Aufdeckungsjournalist Kuch: "Regierungen benutzen staatsnahe Unternehmen wie Bankomaten. Unsere Gesetze machen es zu einfach."

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