Neues Volksblatt: "Bruchlinien" von Markus EBERT

Ausgabe vom 14. November 2012

Linz (OTS) - SPÖ und Grüne sind sich einig: Die allgemeine Wehrpflicht müsse weg, weil man jungen Männern nicht sechs Monate stehlen könne. Solidarisches Denken sieht anders aus, dass gerade die Linken wenig davon halten, dass man sich in ein Gemeinwesen auch einbringen muss, ist immer wieder aufs Neue bemerkenswert. Wie überhaupt diese unterschiedliche Kategorisierung von Leistungen im Dienste der Allgemeinheit bemerkenswert ist - und damit einhergehend die Bandbreite von Freiwilligkeit.
Die Feuerwehren etwa basieren ausschließlich auf dem Prinzip der Freiwilligkeit; die öffentliche Hand bringt Sachleistungen, die Arbeit der Freiwilligen aber ist unentgeltlich. Freiwillig, aber finanziell abgegolten soll indes künftig der Zivildienstersatz sein, geht es nach den Plänen der SPÖ. So gesehen ist das natürlich ebenso ein Euphemismus wie ein Freiwilligenheer - ob freiwilliges soziales Jahr oder Heeresdienst, es geht um bezahlte Jobs. Bezahlen will man schließlich auch jene, die nach Vorstellungen des SPÖ-Verteidigungsministers beispielsweise anrücken sollen, wenn bei Katastrophen die freiwilligen Feuerwehrleute die ärgste Drecksarbeit schon erledigt haben.
Die ÖVP wolle nicht, dass nur mehr gefragt werde "Was kann und muss der Staat für mich tun?", so Innenministerin Mikl-Leitner. Es ist gut, wenn die Wehrpflicht-Debatte auch diese Bruchlinien im Solidaritätsverständnis deutlich macht.

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