• 13.11.2012, 16:07:39
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Erfolgsgeschichte Kinderbetreuungsgeld

Der Katholische Familienverband lud anlässlich 10 Jahre Kinderbetreuungsgeld in Anwesenheit von Familienminister Reinhold Mitterlehner zu einer Festveranstaltung.

Klemens überreicht die Kinderbetreuungsgeldtorte an
den "geistigen Vater des Kinderbetreuungsgeldes " Helmuth
Schattovits, KFÖ-Präsident Alfred Trendl und BM Reinhold
Mitterlehner.

Utl.: Der Katholische Familienverband lud anlässlich 10 Jahre
Kinderbetreuungsgeld in Anwesenheit von Familienminister
Reinhold Mitterlehner zu einer Festveranstaltung.=

Wien (OTS) - Alfred Trendl, Präsident des Katholischen
Familienverbandes, bezeichnete die Einführung des
Kinderbetreuungsgeldes vor 10 Jahren als Meilenstein, weil damit die
Bedürfnisse und das Recht des Kindes auf Betreuung in den Mittelpunkt
gestellt werden, der Bezieherkreis ausgeweitet wurde und pro Kind bis
zu vier Jahre pensionsbegründende Kindererziehungszeiten angerechnet
werden. Unter dem Titel: Kinder brauchen Liebe und ... hatte der
Katholische Familienverband in Anwesenheit von Familienminister
Reinhold Mitterlehner am Montagabend zur Festveranstaltung: 10 Jahre
Kinderbetreuungsgeld ins Wiener Tagungszentrum Schönbrunn geladen.
Trendl erinnert auch daran, dass der Anspruch auf
Kinderbetreuungsgeld aufgrund der Betreuungsleistung besteht; ob die
Eltern vorher erwerbstätig waren oder nicht, sei irrelevant. "Damit
erhalten - im Gegensatz zum früheren Karenzgeld - auch Schülerinnen,
Studentinnen, Selbständige, Bäuerinnen, Hausfrauen, geringfügig
Beschäftigte und freie Dienstnehmerinnen Kinderbetreuungsgeld", so
der Präsident des Katholischen Familienverbandes.

Mitterlehner zieht positive Bilanz

Bundesminister Reinhold Mitterlehner zieht nach 10 Jahren
Kinderbetreuungsgeld eine positive Bilanz. "Es hat ein
gesellschaftlicher Wandel stattgefunden. Die Betreuungspflicht wird
vermehrt von beiden Elternteilen wahrgenommen und die
Väterbeteiligung steigt kontinuierlich." Mitterlehner führt das nicht
zuletzt darauf zurück, dass Väter wie der ORF-Journalist Hans Bürger
oder der ehemalige Sozialminister Erwin Buchinger in Karenz waren und
Kinderbetreuungsgeld bezogen haben. Die derzeit bestehenden fünf
Varianten sorgen, so Mitterlehner "für optimale Wahlfreiheit" und
erleichtern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Weil die
Kurzvarianten immer beliebter werden, möchte Mitterlehner den Ausbau
der Betreuungsplätze für unter 3-Jährige forcieren und in zwei Jahren
eine Betreuungsquote von 28 Prozent erreichen. "Das Geld wird nicht
mehr. Wir werden uns der Diskussion, ob wir mehr Geld für die
Betreuung zu Hause oder mehr Geld für den Ausbau von
Betreuungseinrichtungen investieren, stellen müssen." Bis 2016 sieht
er derzeit aber keine Notwendigkeit, an der Variantenvielfalt beim
Kinderbetreuungsgeld etwas zu ändern.

Geburtstagstorte für BM Reinhold Mitterlehner und Helmuth
Schattovits

Im Rahmen der Festveranstaltung 10 Jahre Kinderbetreuungsgeld
wurde Familienminister Mitterlehner und Helmuth Schattovits eine
Geburtstagstorte überreicht. Helmuth Schattovits, langjähriger Leiter
des Instituts für Familienforschung (ÖIF) gilt als "geistiger Vater
des Kinderbetreuungsgeldes". Unter seiner Leitung wurde 1996 das
Institut für Familienforschung vom damaligen Familienminister Martin
Bartenstein beauftragt, eine Machbarkeitsstudie durchzuführen.
Schattovits dazu im Vorwort der 2002 vorgelegten Studie: "Damit wird
wahrscheinlich zum ersten Mal eine zur Diskussion gestellte
familienpolitische Maßnahme vor der Entscheidung über deren Umsetzung
auch wissenschaftlich untersucht und eine Grundlage für die
politische Entscheidung erarbeitet."

Menschlichkeit zahlt sich aus

Für die Psychologin und Psychotherapeutin Anneliese Fuchs hat die
Politik mit der Einführung des Kinderbetreuungsgeldes ein Zeichen
gesetzt, das auch die Wirtschaft zum Umdenken animiert. Die
Notwendigkeit der Work-Life Balance werde von den Führungskräften
vermehrt akzeptiert, weil sie erkennen, dass sich Menschlichkeit
auszahlt und ein Unternehmen langfristig nur dann erfolgreich ist,
wenn es auf zufriedene und wertgeschätze Mitarbeiter/innen
zurückgreifen kann. "Es geht in unserer Zeit darum, der Überbewertung
der Wirtschaft und der Unterbewertung des Privat- und Familienlebens
entgegenzuwirken", so Fuchs. "Freude und Glück kommt nicht nur vom
guten und sicheren Job, sondern auch von einer zufriedenen
Partnerschaft und einer harmonischen Familie."

Verlässlich, vertraut, verfügbar

Katharina Kruppa, Kinderärztin und Leiterin der Baby Care Ambulanz
am Preyerschen Kinderspital in Wien, konzentrierte sich in ihrem
Statement auf Mütter und Familien in finanziell und sozialen
schwierigen Situationen. "Für diese Mütter ist das
Kinderbetreuungsgeld eine enorm wichtige Maßnahme und oft der
entscheidende Schritt, damit sie Ja zum Kind sagen können." Kruppa
macht kein Hehl daraus, dass Geld allein nicht ausreichend ist.
"Kinder brauchen auch Liebe und ein verlässliches, vertrautes, und
verfügbares Gegenüber", so die Ärztin. Als Ärztin, die sehr viel mit
Jugendamtsfamilien zu tun hat, weiß sie, dass viele dieser Mütter,
damit sie ihren Babys und Kindern Halt geben können, emotionale
Unterstützung und professionelle Betreuung bräuchten." Kruppa
vermisst für diese Familien den Rückhalt durch die Gesellschaft und
fordert Qualitätsstandards in der Krippenbetreuung, ein
flächendeckendes Netz an "frühen Hilfen", gezielte Programme für
gefährdete Familien und Tageszentren für hochgefährdete Familien.

Dialog und Wahlfreiheit

Wenn es um Ausblick und Zukunft geht, gibt es für den Präsidenten
des Katholischen Familienverbandes Alfred Trendl zwei
Schlüsselwörter: Dialog und Wahlfreiheit. "Wir alle, die Parteien,
die Interessenvertretungen, die Lobbyorganisationen und all jene,
denen die Familien am Herzen liegen, müssen miteinander im Dialog
bleiben und die Gemeinsamkeiten in den Mittelpunkt stellen." Ebenso
zentral ist für Trendl, dass die Eltern Wahlfreiheit haben und
unterschiedliche Wege und Modelle nebeneinander bestehen können.
Alles andere ist eine Bevormundung der Eltern durch die Politik." Der
Präsident des Katholischen Familienverbandes spricht sich daher klar
für die Beibehaltung der mit Abstand beliebtesten Langvariante beim
Kinderbetreuungsgeld aus. "Nach wie vor entscheiden sich nahezu zwei
Drittel aller Kinderbetreuungsgeldbezieher/innen für die die
Erstvariante, 30 + 6 Monate. Im Oktober bezogen 136.362 Personen
Kinderbetreuungsgeld; 85.504 davon entschieden sich für die
Langvariante.

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