AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert erneut Bonus-Malus-System für ältere Beschäftigte ein

Linz (OTS) - "Die Vorschläge des Ischler Sozialpartner-Dialogs vom Oktober 2011 zur Beschäftigung älterer Arbeitnehmer müssen endlich umgesetzt werden", verlangte Präsident Dr. Johann Kalliauer heute erneut bei der Vollversammlung der AK Oberösterreich. Konkret forderte er die sofortige Einführung eines Bonus-Malus-Systems.

"Ältere Arbeitnehmer können nur dann bis zum regulären Pensionsalter in Beschäftigung gehalten werden, wenn die Unternehmen dazu mit einem Anreizmodell gezwungen werden", so der Präsident. Konkret schaut das Modell so aus: Boni sollen jene Unternehmen bekommen, die die verpflichtende Beschäftigungsquote einhalten, überproportional viel für ältere Beschäftigte tun, diese als Chance begreifen und nicht abstempeln. Betriebe, die die verpflichtende Beschäftigungsquote nicht einhalten und die Arbeitsfähigkeit von (älteren) Mitarbeiter/-innen nicht aktiv erhalten, sollen dafür bezahlen.

"Die Grundlage zur Einführung dieses Bonus-Malus-Systems wurde gemeinsam von den Sozialpartnern vor einem Jahr ausgearbeitet", erläutert Kalliauer. "Jetzt erwarten wir von der Politik, dass dieses Modell endlich umgesetzt wird und wir erwarten von den Wirtschaftsvertretern, dass sie dieses Modell nicht weiter blockieren."

Skeptisch ist AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung in den nächsten Monaten. Er fordert deshalb finanzielle Anreize im sozialen Wohnbau und Investitionen im Pflege- und Sozialbereich. "In den letzten Jahren wurden die Mittel für den sozialen Wohnbau um 20 Prozent zurückgenommen. Wenn die Mittel wieder um diesen Satz aufgestockt werden, dann hätte das zwei Effekte", erklärt der Präsident, "zum einen wäre eine preisdämpfende Wirkung gegeben und zum anderen hätte das natürlich auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt."

Kalliauer forderte auch eine dringende Entlastung der Pendler durch eine Reform des Pendlerpauschales sowie eine Änderung in der Steuerstruktur. "Bei den letzten Steuerreformen gab es immer nur Steuersenkungen, die letztendlich aber nichts anderes als der notwendige Ausgleich für die 'kalte Progression' in den Vorjahren waren. Jetzt muss es endlich einmal eine strukturelle Reform geben. Zum Beispiel ist ein Eingangssteuersatz von 36 Prozent nicht mehr länger tragbar", so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

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