Wissenschaftsminister Töchterle zeichnet exzellente Wissenschaftler aus

Hohe Auszeichnungen der Republik für Chorherr, Hösele, Jurenitsch, Linhart, Reikerstorfer und Tschugguel

Wien (OTS) - Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle hat heute hohe Auszeichnungen der Republik Österreich an die Wissenschaftler Christa Chorherr, Herwig Hösele, Johann Jurenitsch, Sepp Linhart, Johann Reikerstorfer und Wilhelm Tschugguel verliehen. Bei der Überreichung der Ehrungen im Audienzsaal des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung lobte der Minister die Leistungen: "Die heute ausgezeichneten Persönlichkeiten eint ihre große Leidenschaft für die Wissenschaft und das Engagement, auf ihrem jeweiligen Fachgebiet Fortschritte zu erzielen. Jeder für sich hat sich einen großartigen Ruf in seinem Fachgebiet erarbeitet, gemeinsam sind sie Repräsentanten der exzellenten Forschungslandschaft Österreichs."

Univ.-Prof.i.R. Mag. Dr. JURENITSCH wird mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Bereits im UOG 75 und insbesondere im UOG 93 war er Wegbereiter für weitreichende Veränderungen und war federführend an der Vorbereitung und der Implementierung des Universitätsgesetzes 2002 beteiligt. Jurenitsch engagierte sich für die neuen Governance-Strukturen weit über die Grenzen der Universität Wien hinaus und war federführend an zwei realisierten Großprojekten, der Eröffnung des Hauses Schenkenstraße und des Hauses Sensengasse, beteiligt. Als Experte für Pharmazie war Jurenitsch bereits zwischen 1986 und 1994 am Bau des Pharmaziezentrums Wien beteiligt. Von 2002 bis 2009 unterstützte er als Aufsichtsrat und Präsident der Emil Boral Stipendienstiftung junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Österreich und der Schweiz.

Ebenfalls über das große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich darf sich em. o. Univ.-Prof. DDr. Johann REIKERSTORFER freuen. Er hat als Universitätsprofessor für Fundamentaltheologie sowie als Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien deren Entwicklung maßgeblich geprägt. Darüber hinaus hat er jahr-zehntelang zur Entwicklung der Interdisziplinarität und Intensivierung des Dialogs zwischen Politik und Wissenschaft beigetragen. Als prononcierter Vertreter der sogenannten "Neuen politischen Theologie" hat Reikerstorfer einen großen Beitrag zur Entwicklung einer Form von Theologie geleistet, die sich explizit mit den gesellschaftlichen und politischen Implikationen theologischer Diskurse auseinandersetzt. Er gilt als einer der führenden Experten der Wiener Theologischen Schule und hat mit seinen Forschungen zur Aufarbeitung dieser bedeutenden österreichischen theologischen Tradition des 19. Jahrhunderts beigetragen. Er war von 1989 bis 1991 sowie von 1993 bis 1995 Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien und erwirkte in dieser Zeit eine Öffnung des Habilitationsverfahrens für Laien in ganz Österreich.

Professor Herwig HÖSELE wird mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse geehrt. Seit seiner Matura am Akademischen Gymnasium in Graz ist er publizistisch und politisch tätig, vorerst als innenpolitischer Redakteur der "Süd-Ost Tagespost". 25 Jahre hindurch war er enger Berater der Landeshauptleute Krainer und Klasnic. Er war Mitherausgeber der Schriftreihe "politicum" sowie des Jahrbuchs für Steirische Politik, au-ßerdem Chefredakteur, Geschäftsführer und zuletzt Mitherausgeber der Wochenzeitung "Die Steirische", aber auch Mitbegründer der Antenne Steiermark. Während seiner Zeit als Bundesrat initiierte er mit Nationalratspräsident Khol den Österreich-Konvent. Als Koordinator für Wissenschaftskommunikation in der Steiermärkischen Landesregierung ist er für die Dialogreihe "Geist & Gegenwart" verantwortlich. Außerdem betreut er den Inge Morath-Preis und die jährlichen Wissenschaftsberichte des Landes Steiermark. 2010 organisierte er ein Symposium mit den österreichischen Wissenschaftler/innen des Jahres und startete die zivilgesellschaftliche Initiative "Mehr Forschung". Darüber hinaus ist Professor Hösele seit vielen Jahren beim Europäischen Forum Alpbach tätig.

o. Univ.-Prof. Dr.h.c. Dr. Sepp LINHART, Japanologe von internationalem Ruf, wird ebenfalls mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ausgezeichnet. Begonnen hat er seine Karriere 1969 als Lektor für Japanologie an der Universität Wien. 1978 wurde er zum ordentlichen Universitätsprofessor für Japanologie an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät ernannt, wo er bis heute erfolgreich lehrt. Er war Vorstand des Instituts für Japanologie und ist seit 2001 Vorstand des Instituts für Ostasienwissenschaften. Gastprofessuren führten ihn u. a. an die Henry M. Jackson School of International Studies der University of Washington (USA), an das Institute for Humanistic Studies der Universität Kyoto (Japan) und an die International School of Social Sciences an der Universität Tampere (Finnland). Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der neueren Geschichte Japans und der Sozialkunde. Als Präsident bzw. nunmehr Ehrenpräsident des Akademischen Arbeitskreises für Wissenschaft und Kunst ist er mitverantwortlich für zahlreiche wis-senschaftliche Symposien zu Japan in Wien. Gemeinsam mit der Tokai-Universität, Tokyo, der International Buddhist University, Osaka und seit 2001 mit der Meiji-Universität wurden jeweils abwechselnd in Tokyo und in Wien zahlreiche wissenschaftliche Veranstaltungen organisiert. Insgesamt zehn Kooperationsabkommen zwischen der Universität Wien und japanischen Universitäten gehen auf seine Initiative zurück.

Dkfm. Dr. Christa CHORHERR darf sich über den Berufstitel "Professorin" freuen. Nach ihrer universitären Ausbildung führte ihr berufliches Engagement von der Internationalen Atomenergiebehörde zur Bank Austria, wo sie zuletzt für die Einführung des Internet Banking in den internationalen Tochterbanken in Ost- und Zentraleuropa verantwortlich war. Nach ihrem Übertritt in den Ruhestand startete Chorherr eine sehr erfolgreiche, zweite Karriere als Autorin zu gesellschaftspolitischen Fragen im Zusammenhang mit Religionen. Dieser Tätigkeit gingen lange private Studien voraus. In dichter, sich geradezu ergänzender Weise hat sie Bücher über die Geschichte und Folge der Balkankriege, Prophet Mohammed, die Lage der Christen im Heiligen Land und die Frage der Unterdrückung der Frauen durch die Religionen publiziert. Zu ihren erfolgreichsten Büchern zählen "Wenn Kreuz und Halbmond brennen" oder "Wessen Heiliges Land?". Gerade zu Fragen der Integration der Gesellschaft, die zu einer vermehrten Gleichberechtigung der Geschlechter und der Globalisierung der Völkergemeinschaft führt, hat das Werk von Chorherr große Bedeutung.

Ebenfalls "Professor" wird heute Hofrat Dr. Wilhelm TSCHUGGUEL, Präsident des Landesgerichts Korneuburg. Tschugguel hat unter anderem über 12 Jahre hindurch in ca. 50 Ganztagesseminaren österreichweit die neueste erbrechtliche Entwicklung, Judikatur und Literatur für Notare und Notariatskandidaten vorgetragen. Er hat damit in einem insbesondere auf Grund der Gerichtskommissärstätigkeit in Verlassenschaftsverfahren äußerst wichtigen Rechtsgebiet der österreichischen Notarinnen und Notare einen enormen Beitrag zur Qualitätssicherung geleistet. Tschugguel war von 1989 bis 2004 in der Justizschule Schwechat als Vortragender und Prüfungskommissär betreffend die Grundausbildung der Rechtspfleger und die Spartenlehrgänge Außerstreit für Rechtspfleger engagiert, wobei er ab 1998 Vorsitzender der Prüfungskommission war. Weiters hielt er in der Justizschule Schwechat zahlreiche Vorträge für Richteramtsanwärter. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen das gemeinsam mit Rechtsanwalt Dr. Krepp verfasste Buch "Von Erben und Testamenten. Seit 2006 ist Dr. Tschugguel außerdem Redakteur der Fachzeitschrift "iFamZ" ("Interdisziplinäre Zeitschrift für Familienrecht") und betreut hier das Fachgebiet Erbrecht.

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