Musiol gegen Mitterlehner-Vorstoß, Steuer-Absetzbarkeit von Kinderbetreuung stärker auszuweiten

Sachleistungen bringen Familien mehr

Wien (OTS) - "Die nicht ausgenutzten Steuervorteile sollten sofort in den Ausbau der Kinderbetreuung investiert werden", fordert Daniela Musiol, Familiensprecherin der Grünen. Sie reagiert damit auf den Vorstoß von ÖVP-Minister Mitterlehner, der mit dem "liegen gebliebenen Geld" sowohl die steuerliche Absetzbarkeit ausweiten will als auch die Kinderbetreuung ausbauen. Bei der Ausweitung handelt es sich um die Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten bei Nachmittags- oder Ferienbetreuung bis zum 14. Lebensjahr.

"Die Variante, die Absetzbarkeit auszudehnen, ist nur die zweitbeste Lösung. In Österreich fehlen immerhin nach wie vor bis zu 80.000 Kinderbetreuungsplätze, in die investiert werden könnte", sagt Musiol. Und weiter: "Wir wissen, dass Sachleistungen den Eltern mehr Erleichterungen bringen als Geldleistungen. Auch bei einer Ausdehnung würden die steuerlichen Vorteile nur den Besserverdienenden was bringen. Wir sollten uns deshalb eher darum bemühen, einen Platz für die unter 6-Jährigen und für die über 6-Jährigen eine Nachmittagsbetreuung zu garantieren."

Auch die Eltern selbst fordern seit langem Investitionen für bessere Rahmenbedingungen im elementarpädagogischen Bereich. Musiol verweist in diesem Zusammenhang auf eine GfK-Studie aus 2012 im Auftrag des Hilfswerks Österreich: Darin wollen 82% der Befragten mehr und erschwingliche Betreuungsangebote in den Ferien, 84% mehr Betreuungsangebote in der Nähe des Wohnorts, 78% zeitlich flexiblere Kinderbetreuungsangebote bzw. bessere Öffnungszeiten, 82% mehr Betreuungsangebote in der Nähe des Arbeitsplatzes. Musiol: "Auch namhafte Expertinnen und Experten wie der Familienforscher Wolfgang Mazal sprechen sich für eine solche Nutzung des "nicht abgeholten" Geldes aus.

Seit 2009 Jahren können Eltern Kosten für die Betreuung ihrer Kinder von der Steuer absetzen. 2010 sind jedoch rund 130 Mio. Euro "liegen geblieben". Lediglich für 135.000 von insgesamt 800.000 Kindern unter zehn Jahren wurden Betreuungskosten geltend gemacht.

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