Pirklhuber fordert 100 Mrd. Euro für die ländliche Entwicklung im neuen Finanzrahmen bis 2020

Grüne: Arbeitsplatz-Offensive durch Green Jobs und Verdoppelung des Bio-Landbaus

Wien (OTS) - "Statt die ländliche Entwicklung kaputt zu sparen, brauchen wir eine echte Offensive für Green Jobs im ländlichen Raum. Daher wird die von der EU-Kommission geplante Kürzung auch der 2. Säule der EU-Agrarpolitik von den Grünen massiv abgelehnt. Wir fordern eine Aufstockung der derzeit geplanten 89 Mrd. auf 100 Mrd. Euro für den Zeitraum 2014-2020. Ein Teil der Kürzungen aus der ersten Säule sollten dafür umgeschichtet werden", fordert Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen.

"Die katastrophale strukturelle Beschleunigung des europäischen Bauernsterbens durch die bisherige EU-Agrarpolitik muss weiters zum Anlass genommen werden eine radikale Kurskorrektur bei der Ausrichtung vorzunehmen", kritisiert Pirklhuber die defensive Haltung von Bundesminister Berlakovich. Der Minister hat sich bisher ausschließlich um die Erhaltung des Status Quo abgestrampelt, statt grundlegende Reformen einzumahnen.

Die Zahlen von Eurostat 2010 belegen eindeutig, dass eine umweltorientierte Ausrichtung der Agrarpolitik, wie sie in Österreich, Schweden oder Slowenien, trotz bestehender Mängel in einzelnen Details, umgesetzt wird, zu einer deutlichen Verringerung des Bauernsterbens beiträgt. Im Zeitraum 2003-2010 hat die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Schweden sogar um vier Prozent zugenommen, in Slowenien lag der Rückgang bei drei Prozent und in Österreich bei elf Prozent. Im Durchschnitt der EU-27 betrug der Rückgang in diesem Zeitraum jedoch 41 Prozent.

"In Zeiten wirtschaftlicher Krisen und angesichts der Herausforderung der ländlichen Räume in Sachen Klima- und Energiepolitik ist ein massives Bauernsterben in Mitteleuropa sowohl sozioökonomisch als auch ökologisch völlig inakzeptabel. Wir brauchen eine echte Offensive für Green Jobs in der Landwirtschaft. Die Verdoppelung des biologischen Landbaus in Österreich und Europa durch einen Bio-Aktionsplan ist möglich. Der Ausbau des gentechnikfreien Lebens-und Futtermittelsektors ist ein Gebot der Stunde. Darüber hinaus ist der Landwirt als Energiewirt von der Biomasse bis zur Photovoltaik auch ein wesentlicher Faktor um eine Grüne Energiewende verwirklichen zu können", argumentiert der Grün-Abgeordnete.

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