Verbund muss sich Etikettenschwindel vorwerfen lassen

GBH: Krasser Gegensatz zwischen Werbung und Realität

Wien (OTS/ÖGB) - Der Verbund wirbt täglich mit der umweltschonenden Gewinnung von Energie aus Wasserkraft. Das stehe im krassen Gegensatz zur tatsächlichen Energiebilanz und der Strategie des Verbundes, wie die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) aufzeigt.++++

Andreas Huss, MBA, Umweltsprecher der GBH: "Wenn der Verbund weiterhin den Bau von kalorischen Kraftwerken im Ausland finanziert, ist das weder aus arbeitsmarktpolitischer Sicht für Österreich noch aus klimapolitischer Sicht sinnvoll."

GLOBAL 2000 wirft dem Verbund vor, Millionen von Euro in ausländische kalorische Kraftwerke zu stecken, die dem Ausbau der erneuerbaren Energieträger in Österreich fehlen. Alleine das Kraftwerk in der Türkei kostet ca 700 Mio. Euro. Die GBH fordert den Verbund daher auf, seine Gewinne in Österreich zu investieren, um den Anteil an erneuerbaren Energieträgern in Österreich zu erhöhen.

In den Klimazielen zur Umstellung auf erneuerbare Energieträger hat Österreich leider sehr unambitionierte Ziele (34 Prozent bis 2020), die lediglich durch "Business as usual" erreicht werden können. GBH-Bundesvorsitzender Josef Muchitsch: "Der Verbund ist aufgerufen, dazu beizutragen, dass dieses Ziel nicht nur erreicht, sondern bei weitem überschritten wird. Die Sozialpartner haben bereits vor zwei Jahren festgestellt, dass bis 2020 ein Anteil von 46 Prozent an erneuerbaren Energieträgern erreicht werden kann. Mit dem Bau von kalorischen Kraftwerken in der Türkei wird dieses Ziel aber nicht erreicht."

Stattdessen sollte der Verbund seine Gewinne und die Steuermittel aus der Kapitalerhöhung zum Ausbau der Windenergie, der Photovoltaik, der Solarthermie, der Wasserkraft und der Biomasse verwenden. Das schafft eine positive Klimabilanz und viele Tausende Arbeitsplätze in Österreich.

Damit könnte auch der Atomstromanteil, den wir importieren (derzeit 6 Prozent) verringert werden. Der Verbund ist jener Energieversorger, der mit rund 16 Prozent den mit Abstand höchsten Anteil an Atomstrom importiert und in Österreich verkauft. Bei der Tochtergesellschaft "Verbund Sales" ist es noch schlimmer: Dort wird ein Anteil von 30 Proeznt Atomstrom verkauft, dazu 55 Prozent fossile Energie (Daten E-Control, Stromkennzeichnungsbericht, S. 141, Berechnungen: GLOBAL 2000.

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