Forstzertifizierung / VDP: Konzentration auf ein System für Handel schwierig

Bonn (ots) - Der Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) glaubt, dass eine Festlegung des Einzelhandels auf ein einziges Forstzertifizierungslabel bei Holz- und Papierprodukten schwierig ist. Es gebe mehrere effektive Zertifizierungssysteme, die eine nachhaltige Forstwirtschaft dokumentierten und in Ihrer Gesamtheit die Versorgung mit zertifizierten Produkten sicherstellen könnten. Der Handel könne dieses Spektrum nutzen, ohne Abstriche bei den ökologischen Standards machen zu müssen, erklärt der VDP. Hintergrund der VDP-Stellungnahme ist die erklärte Firmenpolitik von EDEKA, nur noch Holz- und Papierprodukte anzubieten, die nach dem Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert sind.

Der VDP weist darauf hin, dass die beiden großen Forstzertifizierungssysteme PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) und FSC in ihren Anforderungen vergleichbar seien und beide eine nachhaltig betriebene Forstwirtschaft dokumentierten. Während jedoch weltweit 241 Mio. Hektar Waldfläche nach PEFC zertifiziert seien, seien dies bei FSC lediglich 157 Mio. (Deutschland: 7,4 Mio. ha zertifiziert nach PEFC, 0,4 Mio. ha zertifiziert nach FSC). Insgesamt sei dies noch viel zu wenig, betonen die Papierhersteller, die sich weltweit für die Zertifizierung einsetzen und sowohl PEFC wie FSC anerkannt haben.

Der VDP kritisiert die vom WWF im Umfeld der EDEKA Positionierung vertretenen Thesen, wonach die weltweit fortschreitende Vernichtung von Waldflächen dem Holz- und Papierkonsum in den entwickelten Ländern zuzuschreiben sei. Die Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO zeige in ihren jährlichen Waldberichten auf, dass die aktuellen Hauptursachen für die Vernichtung von Forstflächen deren Umwandlung in Plantagen für Energie- oder Nahrungspflanzen, etwa für Palmölplantagen, seien.

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