PRO-GE: Wiener Jacobs-Rösterei erstes Opfer der Mondelez-Gründung

Kraft Foods-Teilung: Profit der Aktionäre bezahlen Beschäftigte mit ihren Arbeitsplätzen

Wien (OTS/ÖGB) - "Erwartungsgemäß geht die Aufspaltung von Kraft Foods wieder zu Lasten der Beschäftigten des Konzerns", kritisiert Gerhard Riess, zuständiger Branchensekretär der Gewerkschaft PRO-GE die Ankündigung von Mondelez, die Jacobs-Kaffeerösterei in Wien zu schließen. Der kleine, aber traditionsreiche und profitable Betrieb ist damit das erste Opfer der Anfang Oktober vollzogenen Teilung von Kraft Food Inc. in die nordamerikanische Kraft Foods Group und Mondelez International. "Bei Mondelez wird nahtlos fortgesetzt, was bei Kraft Foods seit langem üblich war: Auf nachhaltige Unternehmenspolitik wird zugunsten kurzfristiger Profite am Aktienmarkt verzichtet", so Riess.

Hintergrund der Schließung des Wiener Jacobs-Werks: Entgegen früherer Ankündigungen blieben die finanziellen Altlasten von Kraft Foods aus der Übernahme der Biskuitsparte von Danone im Jahr 2007 und von Cadbury im Jahr 2010 fast zur Gänze alleine bei Mondelez. "Bei jeder der Übernahmen und Umstrukturierungen zahlten schlussendlich die Beschäftigten mit Arbeitsplatzverlusten und Werkschließungen die Zeche", erinnert Riess. "Jetzt hat diese Entwicklung auch Österreich erreicht."

Für die Produktionsgewerkschaft hat jetzt oberste Priorität, die Folgen für die betroffenen ArbeitnehmerInnen, besonders für jene vor der Pension, abzumildern. "Das Unternehmen hat einen Sozialplan in Aussicht gestellt. Am 6. November werden wir uns mit den Beschäftigten und dem Betriebsrat in einer Betriebsversammlung zusammensetzen und das weitere Vorgehen besprechen", kündigt Riess an.

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