Metallindustrie: Gewerkschaften setzen einheitlichen KV durch

Erfolgreiches Ende der Marathonverhandlungen: Bergbau-Stahl-Ergebnis ident mit anderen fünf Abschlüssen in Metallindustrie

Wien (OTS/ÖGB/PRO-GE/GPA-djp) - Nach fast sieben Wochen, mehr als 100 Stunden und insgesamt 14 Verhandlungen mit den sechs Fachverbänden der Metallindustrie haben die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp am 30. Oktober ihr Ziel eines einheitlichen Kollektivvertrages und eines einheitlichen Lohn- und Gehaltsabschlusses für alle 180.000 Beschäftigten erreicht. In den frühen Abendstunden konnte mit dem letzten ausständigen Fachverband Bergbau-Stahl in der zweiten Runde eine Einigung erzielt werden. Die Lohn- und Gehaltserhöhungen entsprechen den anderen fünf Abschlüssen. "Wir haben die gemeinsamen Beschlüsse der BetriebsrätInnen und Gewerkschaften für den Erhalt des Kollektivvertrages erfolgreich durchgesetzt", betonen die beiden Chefverhandler der Gewerkschaften, Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Proyer (GPA-djp).++++

Die KV-Marathonverhandlungen in der Metallindustrie 2012 sind mit der Einigung in der Stahlindustrie und im Bergbau erfolgreich abgeschlossen: Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und -gehälter steigen wie bei allen anderen abgeschlossenen Verhandlungen um 3,4 Prozent bis 3,3 Prozent. Die IST-Löhne und IST-Gehälter werden um 3,3 Prozent bis 3,0 Prozent angehoben.

"Es waren meistens sehr partnerschaftliche Verhandlungsrunden und die Gewerkschaften bekennen sich zur Sozialpartnerschaft, die den Beschäftigten etwas bringt", sagen Wimmer und Proyer. Trotzdem kritisieren PRO-GE und GPA-djp weiterhin vehement die Beschlüsse einiger Arbeitgebergruppen zu getrennten Verhandlungen in der Metallindustrie.

"Diese Aufspaltung bleibt ein mutwilliger Bruch mit einer 40-jährigen erfolgreichen Verhandlungsgemeinschaft. Die Sinnhaftigkeit der aufgezwungen Verhandlungsstruktur wird nach sieben Wochen KV-Marathon jeder betroffene Metall-Beschäftigte klar mit 'Nein' beantworten. Ebenso schütteln wohl einige Arbeitgeber die Köpfe über so viel strukturelle Ineffizienz", geben Wimmer und Proyer zu bedenken und fügen hinzu: "Die Herausforderungen der Zukunft lassen sich so sicher nicht leichter bewältigen. Daher wollen die Gewerkschaften die Gespräche zu den KV-Verhandlungen mit den Arbeitgebergruppen weiter vertiefen."

PRO-GE und GPA-djp haben es trotz verändertem und komplizierterem Verhandlungsablauf geschafft, einen deutlichen Reallohnzuwachs zu erreichen. Geltungstermin für den neuen einheitlichen Kollektivvertragsabschluss Metallindustrie ist der 1. November.
Die von den Wirtschaftsforschern prognostizierte Jahresinflationsrate für das 2012 liegt derzeit bei 2,3%. "Das sehr gute Niveau der Lohn-und Gehaltserhöhungen wird in einigen Wochen noch deutlicher werden. Die Stärkung der Kaufkraft von allen 180.000 Beschäftigten und die Signalwirkung für andere Branchen werden auch der österreichischen Wirtschaft helfen. Vor allem bei den derzeit durchwachsenen Konjunkturprognosen", betonen Wimmer und Proyer.

Bereits im Frühjahr hatte der Fachverband Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) das Verlassen der freiwilligen Verhandlungsgemeinschaft auf Arbeitgeberseite bekannt gegeben. Damit wurde trotz massiver Proteste den Gewerkschaften ein getrennter Verhandlungsablauf mit allen Fachverbänden aufgezwungen. Startschuss für die Herbstlohn- und gehaltsrunde 2012 war dann die gemeinsame Forderungsprogrammübergabe am 19. September an alle sechs Fachverbände. Dem ersten Abschluss mit dem FMMI (insgesamt vier Runden) am 19. Oktober waren eine österreichweite BetriebsrätInnenkonferenz mit mehr als 1.000 TeilnehmerInnen und mehr als 300 Betriebsversammlungen vorausgegangen. Danach folgten chronologisch Gießereiindustrie, Fahrzeugindustrie, Gas- und Wärmeunternehmungen, Nichteisenmetallindustrie und Bergbau-Stahlindustrie (je zwei Verhandlungsrunden).

Die größte Gruppe in der Metallindustrie nach Beschäftigtenanzahl ist der FMMI mit rund 120.000 Beschäftigten. Dann folgen Fahrzeugindustrie (30.000), Bergbau-Stahl (17.000), Gießereiindustrie (7.000), Nichteisenmetallindustrie (6.500) und der Fachverband Gas-und Wärmeunternehmungen (6.000).

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