JUGENDVERTRETUNG: Freiwilliges Engagement darf nicht "verzweckt" werden!

Die BJV begrüßt die Diskussion um Änderungen beim Staatsbürgerschaftsrecht, fordert aber insgesamt mehr Fairness bei der Einbürgerung.

Wien (OTS) - Die Bundesjugendvertretung (BJV) begrüßt die von Staatssekretär Sebastian Kurz angestoßene Diskussion rund um eine notwendige Reform des Staatsbürgerschaftsgesetzes. "Dabei darf es jedoch nicht zu einer weiteren Verschärfung kommen", warnt BJV-Vorsitzende Johanna Zauner.

Der Vorschlag, dass Einbürgerungen für uneheliche sowie Adoptivkinder erleichtert werden sollen, wird von der BJV ausdrücklich begrüßt. "Es besteht aber weiterhin das Problem, dass Kinder, die in Österreich geboren und wohnhaft sind, deren Eltern jedoch einen ausländischen Pass haben, nicht von Vornherein die Staatsbürgerschaft erhalten", erklärt Zauner.
Generell warnt die BJV vor einer demokratiepolitischen Schieflage, wenn Menschen, die in unserem Land leben, Rechte, wie beispielsweise das Wahlrecht, nur durch ein sehr hohes Level an Sprachkenntnissen, Einkommen und Arbeitsfähigkeit erlangen können. "Viele Personen bleiben durch diese hohen Hürden für immer von maßgeblichen Rechten ausgeschlossen", so Zauner.

Einbürgerungen nicht an freiwilliges Engagement binden

Besorgt zeigt sich die BJV über den Vorschlag der Verknüpfung von freiwilligem Engagement mit der Wartezeit von Einbürgerungen. Zauner stellt klar: "Freiwilliges Engagement darf nicht von anderen Interessen überlagert werden!" Freiwilliges Engagement bedeute, aus freien Stücken und eigener Motivation heraus, einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. "Die quasi-Pflicht zu Freiwilligem Engagement, um die Staatsbürgerschaft zu erlangen, gefährdet dieses Grundprinzip. Man kann dann sicherlich nicht mehr von freiwilligem Engagement sprechen", so Zauner.
Die BJV begrüßt zwar den Gedanken der Anerkennung Freiwilligen Engagements, das Staatsbürgerschaftsgesetz ist hier allerdings der falsche Ort. "Für uns bedeutet Integration aufeinander zugehen. Bis jetzt gibt es noch immer viele Hürden für MigrantInnen, auch im Bereich des Freiwilligen Engagements." Um sich dieser Diskussion zu stellen, führt die Bundesjugendvertretung derzeit ein Projekt zur diversitätsorientierten Öffnung von Kinder- und Jugendorganisationen durch, das als Vorbildmodell auch auf andere Organisationen ausgeweitet werden könnte.

Abschließend zeigt die Vorsitzende auf, dass freiwillig Engagierte mit vielen Problemen, wie schlechter Vereinbarkeit mit Beruf oder Ausbildung, mangelnder Anerkennung nicht-formal erworbener Kompetenzen sowie fehlender rechtlicher Absicherung kämpfen. "Hier braucht es seit langem eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement und ausreichende Ressourcen für Organisationen, die freiwilliges Engagement fördern, wie die zahlreichen Kinder- und Jugendorganisationen", so Zauner.

Die genauen Forderungen der BJV sind im aktuellen Positionspapier "Freiwilliges Engagement" auf www.jugendvertretung.at nachzulesen.

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