- 30.10.2012, 13:20:02
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JUGENDVERTRETUNG: Freiwilliges Engagement darf nicht "verzweckt" werden!
Die BJV begrüßt die Diskussion um Änderungen beim Staatsbürgerschaftsrecht, fordert aber insgesamt mehr Fairness bei der Einbürgerung.
Utl.: Die BJV begrüßt die Diskussion um Änderungen beim
Staatsbürgerschaftsrecht, fordert aber insgesamt mehr Fairness
bei der Einbürgerung.=
Wien (OTS) - Die Bundesjugendvertretung (BJV) begrüßt die von
Staatssekretär Sebastian Kurz angestoßene Diskussion rund um eine
notwendige Reform des Staatsbürgerschaftsgesetzes. "Dabei darf es
jedoch nicht zu einer weiteren Verschärfung kommen", warnt
BJV-Vorsitzende Johanna Zauner.
Der Vorschlag, dass Einbürgerungen für uneheliche sowie Adoptivkinder
erleichtert werden sollen, wird von der BJV ausdrücklich begrüßt. "Es
besteht aber weiterhin das Problem, dass Kinder, die in Österreich
geboren und wohnhaft sind, deren Eltern jedoch einen ausländischen
Pass haben, nicht von Vornherein die Staatsbürgerschaft erhalten",
erklärt Zauner.
Generell warnt die BJV vor einer demokratiepolitischen Schieflage,
wenn Menschen, die in unserem Land leben, Rechte, wie beispielsweise
das Wahlrecht, nur durch ein sehr hohes Level an Sprachkenntnissen,
Einkommen und Arbeitsfähigkeit erlangen können. "Viele Personen
bleiben durch diese hohen Hürden für immer von maßgeblichen Rechten
ausgeschlossen", so Zauner.
Einbürgerungen nicht an freiwilliges Engagement binden
Besorgt zeigt sich die BJV über den Vorschlag der Verknüpfung von
freiwilligem Engagement mit der Wartezeit von Einbürgerungen. Zauner
stellt klar: "Freiwilliges Engagement darf nicht von anderen
Interessen überlagert werden!" Freiwilliges Engagement bedeute, aus
freien Stücken und eigener Motivation heraus, einen Beitrag für die
Gesellschaft zu leisten. "Die quasi-Pflicht zu Freiwilligem
Engagement, um die Staatsbürgerschaft zu erlangen, gefährdet dieses
Grundprinzip. Man kann dann sicherlich nicht mehr von freiwilligem
Engagement sprechen", so Zauner.
Die BJV begrüßt zwar den Gedanken der Anerkennung Freiwilligen
Engagements, das Staatsbürgerschaftsgesetz ist hier allerdings der
falsche Ort. "Für uns bedeutet Integration aufeinander zugehen. Bis
jetzt gibt es noch immer viele Hürden für MigrantInnen, auch im
Bereich des Freiwilligen Engagements." Um sich dieser Diskussion zu
stellen, führt die Bundesjugendvertretung derzeit ein Projekt zur
diversitätsorientierten Öffnung von Kinder- und Jugendorganisationen
durch, das als Vorbildmodell auch auf andere Organisationen
ausgeweitet werden könnte.
Abschließend zeigt die Vorsitzende auf, dass freiwillig Engagierte
mit vielen Problemen, wie schlechter Vereinbarkeit mit Beruf oder
Ausbildung, mangelnder Anerkennung nicht-formal erworbener
Kompetenzen sowie fehlender rechtlicher Absicherung kämpfen. "Hier
braucht es seit langem eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für
freiwilliges Engagement und ausreichende Ressourcen für
Organisationen, die freiwilliges Engagement fördern, wie die
zahlreichen Kinder- und Jugendorganisationen", so Zauner.
Die genauen Forderungen der BJV sind im aktuellen Positionspapier
"Freiwilliges Engagement" auf www.jugendvertretung.at nachzulesen.
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