Frauen fordern mehr Beteiligung an Friedensprozessen ein!

CARE zum 12. Jahrestag der UN-Resolution 1325 zu Frauen, Frieden und Sicherheit

Wien (OTS) - Anlässlich des 12. Jahrestages der UN-Resolution 1325 zu Frauen, Frieden und Sicherheit am 31. Oktober kritisiert die Hilfsorganisation CARE, dass Friedens- und Sicherheitspolitik immer noch mehrheitlich von Männern gemacht wird. In vielen Gesellschaften verhindern traditionelle Geschlechterrollen die aktive Beteiligung von Frauen in Friedensprozessen. Dass es auch anders geht, zeigen erfolgreiche CARE-Projekte in Burundi, Nepal, Uganda und dem Südkaukasus, die von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert werden. Der österreichische Nationale Aktionsplan zu Resolution 1325 gilt international als vorbildhaft.

Die wichtige Rolle der Zivilgesellschaft in Friedensprozessen ist Schwerpunktthema der jährlich in New York stattfindenden offenen Debatte des UN-Sicherheitsrates über die Umsetzung von Resolution 1325, die ursprünglich für 29. Oktober geplant war, aufgrund des Hurrikans Sandy aber verschoben wurde. Im Vorfeld hatten CARE und das International Peace Institute (IPI) zu einem Runden Tisch geladen, bei dem Frauenrechtsaktivistinnen aus Nepal und Uganda ihre Erfahrungen mit hochrangigen DiplomatInnen und UN-VertreterInnen teilten und Empfehlungen aussprachen: So sollten Frauenorganisationen in Friedensprozessen von Anfang an regelmäßig und systematisch konsultiert werden. Zudem müssten Staaten für einen verbesserten Schutz von Aktivistinnen sorgen, die vielfach ihr Leben riskieren, wenn sie friedenspolitisch tätig werden.

CARE weist aber auch auf Aspekte hin, die in der politischen Rhetorik rund um Resolution 1325 oft übersehen werden. "Für Frauen, die allerärmsten Gemeinschaften angehören und alle Hände voll zu tun haben, um das Überleben ihrer Familien zu sichern, muss Friedenspolitik vor der eigenen Haustür beginnen, z.B. bei der Überwindung von gesellschaftlich tief verankerten diskriminierenden Verhaltensmustern," ist CARE-Geschäftsführerin Andrea Wagner-Hager überzeugt. So setzt CARE in Nepal, wo weniger als 50 Prozent der Frauen lesen und schreiben können, auf breit angelegte Stärkungsprogramme, die nicht nur Frauen, sondern auch andere benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie z.B. Jugendliche und "Dalits" fördern und Männer gezielt mit einbeziehen. In partizipatorischen Prozessen werden erreichbare Ziele identifiziert, die der jeweiligen Gruppe besonders am Herzen liegen, wie das Verhindern der Zwangsverheiratung von Jugendlichen. Dann erhält die Gruppe professionelle Unterstützung bei der Durchsetzung ihres Zieles, z.B. durch Trainings in Medienarbeit. Die positive Erfahrung in solchen Kleingruppen motiviert viele ihrer Mitglieder, allmählich auch auf "höherer" Ebene politisch aktiv zu werden, beispielsweise in lokalen Friedenskomitees oder - vor Kurzem - bei Konsultationen rund um den ersten Umsetzungsbericht des Nationalen Aktionsplanes zu Frauen, Frieden und Sicherheit.

Weitere Informationen:
http://www.care.at/alle-news/15946-qdas-ist-meine-geschichteq

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