Trio des Jahres: KMU europaweit noch stärker ins Blickfeld rücken

Mitterlehner: Mittelstand ist Jobmotor, Innovationsträger und Wachstumsbringer - Leitl: Duale Ausbildung als Waffe gegen Jugendarbeitslosigkeit einsetzen

Wien (OTS/PWK785) - Von den 300.000 rot-weiß-roten kleinen und mittleren Betrieben stachen in diesem Jahr drei besonders hervor. Sie wurden gestern, Montagabend, von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner mit dem "Trio des Jahres" ausgezeichnet. Dieser hochkarätige Unternehmerpreis wurde nun bereits zum 20. Mal vergeben . Das Jubiläumstrio 2012 sind im Gewerbe: 1zu1 Prototypen, Vorarlberg, im Handwerk: Gartenleben, Niederösterreich, und in der Kategorie Dienstleistung: Kiska, Salzburg.

Eine Lanze für mehr Europa brach WKÖ-Präsident Christoph Leitl in seiner Festansprache. Sollte Europa jetzt nicht die Chance einer Vertiefung nutzen und stattdessen auf Renationalisierung setzen, sei die Rolle Europas auf globaler Ebene bedroht. Insbesondere im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit müsse man nun tätig werden und konkrete Maßnahmen setzen. Österreich zeige hier mit der noch vor einigen Jahren belächelten dualen Ausbildung, wie man hier erfolgreich sein könne. In Ländern, in denen es die duale Ausbildung gebe, liege die Jugendarbeitslosigkeit im Durchschnitt bei acht Prozent, in Ländern ohne vergleichbare Ausbildungswege bei 25 Prozent. "Wir müssen Allgemeinbildung und berufliche Bildung optimal miteinander verbinden", so Leitl.

In Österreich setze man zudem mit dem Projekt "Lehre mit Matura" die Durchlässigkeit im Bildungssystem, zudem gebe es mit der integrativen Berufsausbildung einen guten Ansatz, um Lehrlinge auch in Problemsituationen zu unterstützen, ihre Ausbildung abzuschließen. Dass das heimische System funktioniere, zeige das aktuelle Abschneiden der heimischen Lehrlinge bei den EuroSkills: 18 von 22 Medaillen und 11 von 14 Goldmedaillen gehen allein auf das Konto von Gewerbe- und Handwerksbetriebe bzw. Betriebe der Sparte Information und Consulting, also der beiden Sparten, die das "Trio des Jahres" auszeichnen. In den 20 Jahren seit Bestehen des "Trio des Jahres" hätten die ausgezeichneten Betriebe mit ihren Leistungen gezeigt, dass sie Optimisten seien - und dies sei in Zeiten wie diesen wichtiger denn je.

Mitterlehner: KMU haben Herausforderungen gut bewältigt

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner wies auf die besondere Bedeutung der KMU als Jobmotor, Innovationsträger und Wachstumsbringer hin. In den vergangenen Jahren habe gerade der heimische Mittelstand mehrfach unter Beweis gestellt, dass er Herausforderungen gut bewältigen könne. Als Beispiele dafür nannte der Wirtschaftsminister die Arbeitnehmerfreizügigkeit oder das Herkunftslandprinzip. "Unsere Betriebe sind offener und mutiger geworden und haben ihre Chancen genutzt", so Mitterlehner. Als Erfolg sei zudem die steigende Beteiligung von KMU im Export zu sehen. Im Rahmen der laufenden Exportinitiative "go international" will Mitterlehner zusätzliche 2.000 KMU zu Exporteuren machen.

Als Herausforderungen nannte Mitterlehner unter anderem die Steigerung der Eigenkapitalquote der Betriebe, die sich innerhalb von 10 Jahren von rund 20 Prozent auf etwa 28,5 Prozent im Schnitt erhöht habe. Angesichts von Basel III seien aber weitere Anstrengungen notwendig. Unterstützend wirken Maßnahmen wie die Jungunternehmeroffensive, mit der künftig die Risikokapitalversorgung in Österreich deutlich verbessert wird. Mitterlehner will zudem die Innovationstätigkeit der Unternehmen forcieren, da hohe F&E-Quoten zu deutlich höheren Wachstums- und Beschäftigungsraten in den Betrieben führen.

WKÖ mit vielfältigen Serviceleistungen für Betriebe

Die Spartenobmänner Konrad Steindl, Bundessparte Gewerbe und Handwerk, und Hans-Jürgen Pollirer wiesen auf die vielfältigen Serviceleistungen hin, auf die die rund 300.000 Unternehmen der Sparten zurückgreifen können. Steindl nannte hier etwa den Kreativcheck, mit dem Unternehmen Unterstützung erhalten, um Innovationen am Markt umzusetzen. Diese erhalten hierfür eine Unterstützung von 5.000 Euro. Während Gewerbe und Handwerk größter heimischer Arbeitgeber mit stabilen Beschäftigungsquoten sei, verzeichnete die Sparte Information und Consulting in den 10 Jahren ihres Bestehens ein Plus an Mitgliedsunternehmen von einem Drittel auf aktuell 115.000. Zudem sei man mit etwa 6.000 Unternehmensgründungen pro Jahr höchst aktiv, so Pollirer. Zudem bestehe mit dem hohen Anteil an Ein-Personen-Unternehmen eine besondere Herausforderung einer maßgeschneiderten Mitgliederbetreuung. So habe man hier etwa mit Expertengruppen (Funktionäre und Mitglieder setzen sich gemeinsam über neue Themen auseinander) einen guten Ansatz gefunden.

"Europas kleine und mittlere Unternehmen sind für zwei Drittel aller Jobs und 60 Prozent der Wertschöpfung verantwortlich. Deshalb ist es wichtig, die KMU noch stärker ins Blickfeld zu rücken", betonte die Präsidentin der UEAPME, Gunilla Almgren, im Rahmen der Preisverleihung zum "Trio des Jahres". Wenn es der EU in Zukunft besser gehen solle, dann gelte es, die 20 Millionen Arbeitslosen in Arbeit zu bringen und insbesondere im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit rasch Maßnahmen zu setzen. Österreich als eines der Länder mit einem dualen Ausbildungssystem sei hier gefordert, seinen Input einzubringen, so Almgren, die der WKÖ dafür dankte, auf europäischer Ebene als treibende Kraft aktiv zu sein.

Aus Sicht der Mitveranstalter des "Trio des Jahres", dem Trend Verlag und der Bank Austria, stehen die KMU als Rückgrat der heimischen Wirtschaft klar im Mittelpunkt. Reginald Benisch, Mitglied der trend-Chefredaktion, betonte zudem die Bedeutung der KMU in der Ausbildung, die er als "Konkurrenzvorteil" bezeichnete. Gleichzeitig regte er eine Verbesserung der Finanzierungssituation der KMU an, um zu einer deutlichen Verbesserung der Eigenkapitalsituation der Betriebe zu kommen.

Rainer Hauser, Vorstandsmitglied der Bank Austria, sieht im "Trio des Jahres" einen alljährlichen Fixpunkt, um die Säulen der Volkswirtschaft auszuzeichnen. Die Bank Austria setze aktuell einen Schwerpunkt bei der Betriebsübergabe und -nachfolge. Zudem biete die Bank Austria als erste Bank in Europa Kredite im Rahmen des "Risk Sharing Instrument" (RSI) an - einer gemeinsamen Initiative der European Investment Bank Group und der Europäischen Kommission. Diese Vereinbarung ermöglicht es der UniCredit Bank Austria, in den nächsten beiden Jahren innovativen Unternehmen Kredite in Höhe von insgesamt bis zu 120 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen und damit Unternehmen den Zugang zu Finanzierungen zu erleichtern. (us)

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