Zum 25-Jahr-Jubiläum: "Universum"-Doku über den "Punk" unter den Zugvögeln

"Die Rückkehr des Wiedehopfs" am 30. Oktober um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Tief aus den Savannen Afrikas kommend, besucht jedes Jahr ein besonders auffälliger Gast die idyllische Weinbauregion am Wagram: der Wiedehopf. Mit der "Universum"-Dokumentation "Die Rückkehr des Wiedehopfs" folgt am Dienstag, dem 30. Oktober 2012, um 20.15 Uhr in ORF 2 ein weiteres "Universum"-Highlight zum 25-Jahr-Jubliäum der erfolgreichen ORF-Naturfilmreihe. Stefan Polasek und Florian Berger erzählen darin die Geschichte eines kleinen Wunders: die Rückkehr des Wiedehopfs in seinen einstmaligen Lebensraum. Das Anwachsen seiner Population macht den Wagram zur Vorzeigeregion in ganz Europa: Die fruchtbaren Weinterrassen donauabwärts von Krems beherbergen - heute wieder - einen der europaweit größten Bestände des scheuen Wiedehopfs. Der Film entstand als Koproduktion von Kubefilm und ORF, gefördert von der Marktgemeinde Grafenwörth, vom Fernsehfonds Austria, vom Land Niederösterreich und der Grafenegg Kulturbetriebsgesellschaft.

Kinderlieder bezeugen die Bekanntheit des bunten Vogels ebenso wie altgriechische Komödien, wo er sogar als "König der Vögel" gilt. Der Wiedehopf ist ein geheimnisvoller, ja exotisch anmutender Vogel mit kuriosen Verhaltensweisen. Doch der unverwechselbare Vogel ist in ganz Europa zur bedrohten Art geworden, seine Population ist - außer in Spanien - stark rückläufig. Nicht so am Wagram: Dank engagierter Naturschutzmaßnahmen und der Initiative einiger Naturliebhaber gibt es heute in der kleinen Region wieder stolze 88 Bruten mit 266 Jungvögeln. Das ist einmalig! In keiner anderen europäischen Region konnte eine vergleichbare Steigerung und Dichte erreicht werden.

Was also treibt den Wiedehopf an den Wagram? Bis vor circa zehn Jahren galt der Wiedehopf in dieser Gegend praktisch als ausgestorben, bis sich der Tischler Manfred Eckenfellner eines kranken Wiedehopf-Jungvogels, der sich in seinem Garten verirrt hatte, annahm und ihn wieder gesund pflegte. Dieser Tag markiert den Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft und einer bewundernswerten Erfolgsgeschichte: Denn seitdem hat es sich Manfred Eckenfellner zur Lebensaufgabe gemacht, dem Wiedehopf am Wagram ein neues Zuhause zu geben - oder besser: ihm seine alte Heimat wieder zurückzugeben. Nun zimmert der Tischler Jahr für Jahr Hunderte Nistkästen und hängt sie in Weingärten und Obstwiesen auf, um dem Wiedehopf optimale Brutmöglichkeiten zu schaffen.

Der kleine Zugvogel mit dem frechen Kamm gilt als einer der scheuesten Vögel überhaupt. Dennoch: Die Weingärten am Wagram mit ihren vielen kleinen hölzernen Winzerhütten waren noch in den 1960er und 70er Jahren ein perfekter Brut- und Lebensraum für den "Punk" unter den Zugvögeln. Doch Flurbereinigungen, der Einsatz von Insektiziden und das Verschwinden der traditionellen Weinberghütten haben den Lebensraum des Wiedehopfs stark eingeschränkt und ihn aus den Weingärten des Wagrams verschwinden lassen.

"Die Rückkehr des Wiedehopfs" porträtiert diese kaum erforschte und für viele "lustig" anmutende Vogelart und zeigt in noch nie zuvor gedrehten HD-Aufnahmen das Leben und Überleben des Wiedehopfs am Wagram: die Balz- und Paarungsrituale dieser gefiederten Exoten, die Geburt und Aufzucht des Nachwuchses, das Jagd- und Flugverhalten bis hin zum wohl überraschendsten Schutzmechanismus des Vogels - das Abspritzen von Kot als wirksame Waffe vor Fressfeinden.

Dabei erlebt das TV-Publikum die großen Triumphe und Tragödien eines Vogellebens: Ein Star kämpft mit dem Wiedehopf um einen Nistplatz und verhindert beinahe den Einzug eines Paares; ein Fuchs macht sich an einem Brutkasten zu schaffen, und während sein Angriff scheitert, ist eine Äskulapnatter an anderer Stelle erfolgreich und verschlingt das frische Gelege eines Wiedehopf-Paares. In einem anderen Nistkästchen überlebt dagegen die gesamte Brut. Wenn der Sommer vorbei ist, macht sich der Wiedehopf auf den langen Weg Richtung Süden über Gebirge, Meere und Wüsten. Zurück bleibt Manfred, der nie weiter gereist ist, als er mit dem eigenen Auto an einem Tag fahren konnte. Ein wenig traurig und reichlich melancholisch träumt er vom Fliegen - von Afrika, von seinem Wiedehopf und von dessen Rückkehr im nächsten Frühjahr.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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