Neues Volksblatt: "lechts und rinks" von Markus EBERT

Ausgabe vom 29. Oktober 2012

Linz (OTS) - "manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern. werch ein illtum."
Ernst Jandl hatte gewiss nicht BZÖ-Chef Josef Bucher vor Augen, als er das zu Papier brachte; aber Bucher hat bestätigt, dass Jandls Gedicht zeitlos ist.
Der BZÖ-Chef irrlichtert mit seinem schwindenden Erbteil aus Jörg Haiders Polit-Verlassenschaft durch die politische Landschaft, doch Land gewinnt das bröckelnde Bündnis weder in der Mitte noch Rechts. Wohl deswegen hat es Bucher einmal ganz Links versucht und sich die von der SPÖ angezettelte Reichendebatte gekrallt. Die Grundsteuer-Befreiung der Kirche gehöre abgeschafft, forderte er, und weil er sich damit an einer gesellschaftspolitisch bedeutenden Gruppierung rieb, durfte man das am Samstag auch stundenlang aus den ORF-Nachrichten erfahren. Aber so, wie es Bucher sagte - dass nämlich die Kirche als zweitgrößter Immobilienbesitzer des Landes keine Grundsteuer zahle - ist es nicht. Die Befreiung gilt nur im Zusammenhang mit Gebäuden, die einen besonderen Verwendungszweck haben, und das für christliche Kirchen ebenso wie jüdische Synagogen oder buddhistische Tempel. Dass Bucher vor lauter internen Turbulenzen nicht mehr weiß, wo rechts und links ist, mag eine Begründung für seinen Ausritt ins Feld der Neider sein, festen Boden unter den Füßen wird seine orange Truppe damit aber auch nicht mehr bekommen.

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