Darabos in ÖSTERREICH: "ÖVP ruiniert Bundesheer"

SPÖ-Minister: Volksabstimmung hängt von SPÖ-Modell für Zivildienst-Ersatz ab

Wien (OTS) - Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) greift im Heeresstreit jetzt die ÖVP an. Im Interview mit ÖSTERREICH (Sonntagsausgabe), wirft er dem Koalitionspartner wörtlich vor, das Bundesheer zu ruinieren: "Mit Ihrem Wehrpflicht Modell ruiniert die ÖVP das Bundesheer. Die Dauer der Wehrpflicht nochmals (auf fünf Monate, Anm.) zu senken, ist unverantwortlich, der Betrieb würde zusammenbrechen. Es gäbe zu wenige Leute für den Katastrophenschutz. Und mit der geplanten Teilung in Wehrdienst und Katastrophenhilfe würde das Heer seziert und demilitarisiert." Auch Generäle, die für die Wehrpflicht sind, kritisiert der Minister: "Ich sage es ganz offen: Hier gibt es Offiziere, die es sich im System gemütlich gemacht haben und deshalb daran festhalten. Das verstehe ich menschlich. Bei der demografischen Entwicklung mit immer weniger jungen Männern ist der Betrieb aber so nicht aufrechtzuerhalten."

Laut Darabos werde es der SPÖ gelingen, mit ihrem Modell für einen Zivildienst-Ersatz die Wähler zu überzeugen: "Es wird darauf ankommen, ob wir in den nächsten Wochen ein schlüssiges Konzept für den Ersatz des Zivildienstes präsentieren können. Das wird uns gelingen. Sozialminister Rudolf Hundstorfer hat ein tolles Modell so gut wie fertig." Das ÖVP-Argument, wonach ohne Zivildiener die Rettung später kommen werde, qualifiziert Darabos so: "Das ist unverantwortliche Angstmache - der wir mit Fakten begegnen werden. Wir haben jetzt noch drei Monate Zeit, um zu zeigen, dass unsere Modelle Verbesserungen bringen, weil wir auf Profis setzen: beim Heer, aber auch im Sozialbereich."

Rückfragen & Kontakt:

ÖSTERREICH, Chefredaktion
Tel.: (01) 588 11 / 1010
redaktion@oe24.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FEL0004