Vatikan: 58 "Empfehlungen" als Ergebnis der Weltbischofssynode

Säkularisierung als Herausforderung aber auch als Chance begreifen - Neuevangelisierung kontinuierliche Aufgabe aller Gläubigen

Vatikanstadt, 27.10.12 (KAP) Mit dem Beschluss eines 20-seitigen Thesenpapiers hat die im Vatikan tagende Weltbischofssynode zum Thema Neuevangelisierung am Samstag ihre Arbeiten beendet. Der in 58 "Propositiones" (Empfehlungen) gegliederte Text wurde zum Abschluss der dreiwöchigen Beratungen dem Papst übergeben und zugleich veröffentlicht. Aus den 58 Propositiones wird Papst Benedikt XVI. in Zusammenarbeit mit dem Bischofsrat der Synode, dem auch der Wiener Kardinal Christoph Schönborn angehört, ein offizielles Abschlussdokument erstellen. Die Synode, bei der seit 7. Oktober 400 Synodale, darunter 262 Kardinäle, Patriarchen und Bischöfe sowie 140 Experten, Beobachter und Gäste über Strategien zur Neuevangelisierung beraten hatten, endet am Sonntagvormittag mit einer Schlussmesse des Papstes im Petersdom.

Neuevangelisierung sei eine kontinuierliche Aufgabe aller Gläubigen, wird in den "Propositiones" der Synode betont; sie müsse die Zeichen der Zeit aufgreifen und einer "Inkulturation der Glaubens" Rechnung tragen. Die Kirche müsse die Säkularisierung als Herausforderung aber auch als Chance begreifen. Als vorrangigen Ort der Evangelisierung bezeichneten die Synodalen die Pfarrgemeinden und die in ihr tätigen kleinen Gruppen und Gemeinschaften.

Die Neuevangelisierung müsse in angemessener Weise auf die Herausforderungen der Globalisierung wie der Säkularisierung eingehen, heißt es in dem Text. Sie müsse im Gespräch mit der Politik für die Achtung der Menschenrechte und der Religionsfreiheit eintreten. Untrennbar verbunden sei sie zudem mit dem Einsatz für den Schutz des Lebens, für Gerechtigkeit und für eine Überwindung von Situationen von Armut und Ausgrenzung. Zudem müsse sie die weltweiten Migrations-Bewegungen in ihre Arbeit einbeziehen, die Rechte und Pflichten von Immigranten fördern und einen wechselseitigen Austausch fördern.

Der katholischen Soziallehre komme eine wichtige Rolle bei der Evangelisierung zu. Diese müsse auch die "neuen Gesichter der Armut" berücksichtigen, wie Hungernde, Obdachlose, Alleingelassene, Drogenabhängige, Flüchtlinge, Migranten und indigene Völker.

Neben den Pfarrgemeinden spiele die Erziehung in Schulen und Katholischen Universitäten eine zentrale Rolle für die Evangelisierung, so die "Propositiones". Das setze ausreichend Freiheiten für katholischen Schulen und generell für den Unterricht voraus. Allerdings dürfe auch eine Erwachsenenkatechese nicht vernachlässig werden. Wichtig sei weiter eine gute theologische Ausbildung von Priestern, Lehrern und Katecheten.

Als Quelle und Höhepunkt der Neuevangelisierung bezeichnet die Synode die Eucharistie. Dabei gelte es auch, den christlichen Sonntag wiederzuentdecken, empfehlen die Synodalen. Neben einer würdigen Feier der Liturgie solle man auch die Volksfrömmigkeit mit Wallfahrten und Heiligen Stätten für die Neuevangelisierung nutzen.

Kathpress-Schwerpunkt zur Bischofssynode: www.kathpress.at/synode

Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) gut/

nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0001