Kapellari: Reden von Gott durch "Wort und Schweigen"

Grazer Bischof Egon Kapellari bei Präsentation seines bereits 37. Buches mit dem Titel "Zeichen am Weg": "Schreiben ist eine Verlängerung meines Dienstes an der Verkündigung"

Graz, 25.10.12 (KAP) Eine angemessene Rede von Gott kann nur gelingen, wenn "Wort und Schweigen" als Prinzipien dafür beachtet werden und wenn diese Rede "durch das Feuer der Religionskritik" gegangen ist: Auf diesen hohen Anspruch hat der Grazer Bischof Egon Kapellari hingewiesen, damit eine zeitgemäße Glaubensverkündigung nicht Gefahr läuft, "peinlich" zu werden. Anlässlich der Präsentation seines neuen Buches mit dem Titel "Zeichen am Weg" sprach der Bischof Kapellari am Mittwochabend in Graz auch über seine inneren Beweggründe für die zahlreichen Publikationen im Laufe der Jahre und hielt fest: "Mein Schreiben ist eine Verlängerung meines Dienstes an der Verkündigung."

Von daher sei von jedem Priester gefordert, dass er als "Mann des Wortes" mit dem Gotteswort und dem Menschenwort umgehen könne, sagte der Grazer Bischof. Er selbst habe erst im fortgeschrittenen Alter mit dem Publizieren begonnen. Der unmittelbare Anlass dafür sei "Ärger und Kränkung über das weit verbreitete Unwissen" von grundlegenden Elementen des christlichen Glaubens gewesen, sagte der Bischof über die Motivation zu seinem Erstlingswerke "Heilige Zeichen". Es ist 1982 erstmals im Buchverlag "Styria" erschienen und wurde mittlerweile in mehreren Sprachen - zuletzt auf Koreanisch -veröffentlicht.

Das jetzt vorliegende Buch "Zeichen am Weg" sei eine Sammlung von Schriften, die immer aus einem konkreten Anlass entstanden sind. Das Buch "ist keine Autobiographie", betonte der Bischof bei der abendlichen Präsentation in der Grazer Buchhandlung Moser. Vielmehr wolle es - wie schon die vorangegangenen Bücher - "auf etwas oder auf jemanden hinweisen". Inmitten einer heute bestehenden "Flut von Zeichen" sei es ein Versuch, "hilfreiche Zeichen" für den je persönlichen Weg des Lebens und des Glaubens zum Vorschein zu bringen, charakterisierte der Grazer Bischof sein jüngstes Werk.

Das "massenhaft Gelingende" in der Kirche sehen

Im Gespräch mit dem Journalisten Stefan Winkler widersprach Bischof Kapellari dem allgemeinen Vorwurf, wonach die Kirche immer kleiner und in der Gesellschaft unbedeutender werde. "Auch wenn wir weniger werden, sind wir nicht wenige", sagte der Bischof und forderte eine "Blickumkehr" dahingehend ein, dass auch das "massenhaft Gelingende" in der Kirche gesehen werden muss. Nicht die "kleine Herde" sei das Ziel, vielmehr müsse Kirche "möglichst breit" sein, und dafür brauche es eine "große geistliche Tiefe".

Nachdenklich äußerte sich der dienstälteste amtierende Bischof im österreichischen Episkopat über die mitunter "selektive Wahrnehmung" von Kirche in ihrem gesellschaftlichen Engagement. Das Wirken der kirchlichen Caritas sei zwar gesellschaftlich und medial unbestritten. Zuwenig mediale Beachtung fände jedoch das kirchliche Eintreten für "eminent ethische Themen".

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