• 19.10.2012, 12:06:15
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Mitterlehner: "Forschung ist das beste Konjunkturpaket"

Neue Studie: F&E-Unternehmen sind krisenfester, wachsen schneller und schaffen mehr Jobs als andere - Heuer und 2013 sind noch 700 Mio. Euro Forschungsförderungen via FFG abrufbar

Utl.: Neue Studie: F&E-Unternehmen sind krisenfester, wachsen
schneller und schaffen mehr Jobs als andere - Heuer und 2013
sind noch 700 Mio. Euro Forschungsförderungen via FFG abrufbar=

Wien (OTS/BMWFJ) - Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner
präsentierte am Freitag gemeinsam mit FFG-Geschäftsführerin Henrietta
Egerth und dem oberösterreichischen Paradeunternehmer Josef Rainer
neue Zahlen und Maßnahmen für den Konjunkturmotor Forschung und
Innovation. "In der aktuellen Wirtschaftslage sind Förderungen für
Forschung und Entwicklung das beste Konjunkturpaket. F&E-Unternehmen
sind krisenfester, wachsen schneller und schaffen mehr Arbeitsplätze
als Unternehmen, die das nicht tun. Dazu sind Innovationen ein
optimales Eintrittsticket in neue Exportmärkte", sagte Mitterlehner
mit Verweis auf die zentralen Ergebnisse einer neuen WIFO-Studie.

Dafür hat das WIFO in den vergangenen drei Jahren über 600
Unternehmen untersucht. Demnach erhöhen Unternehmen, die mehr als
fünf Prozent ihres Umsatzes für F&E ausgeben, ihre Beschäftigtenzahl
im Schnitt um mehr als vier Prozent pro Jahr. "Je höher die
Forschungsquote, desto höher ist das Wachstum und die
Krisenresistenz. Dieser Trend zeigt, dass forschende Unternehmen
entscheidend dazu beigetragen haben, dass Österreich bisher gut durch
die Krise gekommen ist", so Mitterlehner. Besonders positiv ist der
Trend bei den untersuchten forschungs- und technologieorientierten
Start-Ups, deren Beschäftigtenzahl jährlich sogar um fast 30 Prozent
wächst. "Daher starten wir im nächsten Jahr unsere
Jungunternehmeroffensive, die vor allem diese Firmen unterstützen
wird", betonte Mitterlehner.

Die Wifo-Erhebung belegt auch, dass F&E-Investitionen eine starke
Exportorientierung mit sich bringen. Unternehmen mit über 50
Angestellten und mehr als fünf Prozent F&E-Quote, exportieren über 85
Prozent ihres Umsatzes. Zudem können F&E-aktive Unternehmen
Umsatzeinbrüche schneller wett machen und schneller neue
Investitionschancen finden, wie der WIFO-Investitionstest zeigt.
Während die Investitionen bei Nicht-F&E-Unternehmen schwächeln, sind
sie bei forschenden Unternehmen um 14 Prozent (Bilanzjahr 2010/2011)
sowie acht Prozent (2011/2012) gestiegen.

Um den Konjunkturmotor Forschung und Entwicklung zusätzlich zu
unterstützen, sind allein heuer und im nächsten Jahr via FFG noch
rund 700 Millionen Euro an Förderungen abrufbar, wovon 200 Millionen
aus EU-Töpfen stammen. "Forschung und Entwicklung haben uns in der
Wettbewerbsfähigkeit nach oben gebracht. Diese positive Dynamik
wollen wir weiter forcieren", so Mitterlehner unter Verweis auf das
jüngste Ranking des World Economic Forum, in dem sich der Standort
Österreich auch dank seiner Innovationskraft auf Rang 16 unter 144
Ländern verbessert hat. "Wir haben die Trendwende geschafft, müssen
aber die Defizite weiter aufarbeiten", so Mitterlehner. Um den
Engpass beim Forschungspersonal zu beheben, stehen daher zehn
Millionen Euro für das neue Förderprogramm "Forschungskompetenzen für
die Wirtschaft" zur Verfügung, das von der FFG abgewickelt wird.

FFG-Geschäftsführerin Egerth: Stärkerer Fokus auf Klein- und
Mittelbetriebe

Die FFG richtet den Fokus ihrer Fördertätigkeit verstärkt auf Klein-
und Mittelbetriebe. "Wir setzen hier konzentriert in den drei
Bereichen Finanzierung, Qualifizierung von Fachkräften und
Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft an", erklärt
FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth. Um das Forschungspersonal zu
steigern, startet die FFG im Herbst zehn vom Wirtschaftsministerium
finanzierte Qualifizierungsnetzwerke, in denen jeweils bis zu 37
Partner zusammenarbeiten.

Weiters hat die FFG aktuell im Auftrag des Wirtschaftsministeriums
das neue mit 4,5 Millionen Euro dotierte Format der
Innovationslehrveranstaltungen geöffnet. "Hier sollen insbesondere
KMU gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern systematisch und mit
einem ganzen Bündel an Qualifizierungsmaßnahmen ihre Mitarbeiter
spezialisieren und höher qualifizieren", so Egerth und informiert
weiter, dass Ende Oktober eine international besetzte Jury
entscheiden wird, "welche neuen K-Projekte demnächst die Kompetenz-
und Exzellenzlandkarte Österreichs ergänzen und mit rund 13,5
Millionen Euro Bundesmitteln gefördert werden".

Unternehmer Rainer: Forschungsförderung wirkt

Josef Rainer, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des
oberösterreichischen Industrie-Elektronik-Unternehmens Bernecker &
Rainer, erläuterte die Bedeutung einer gezielten Forschungsförderung
in der Praxis. "Auch in den Krisenjahren haben wir viel investiert
und unsere F&E-Fachkräfte sogar gesteigert. Wenn man
Technologieführer sein will, gibt es keine Alternative zu Forschung
und Entwicklung", sagte Rainer. "Die FFG hat maßgeblich zum Erfolg
des Unternehmens beigetragen, weil gerade Forschungsförderungen eine
enorme Hebelwirkung haben", betonte Rainer.

Im Vorjahr erzielte Bernecker & Rainer mit integrierten
Automatisierungslösungen aus einer Hand einen Umsatz von über 400
Millionen Euro, die Exportquote lag bei 87 Prozent, rund ein Drittel
der mehr als 1.700 in Österreich tätigen Mitarbeiter beschäftigt sich
mit Forschung & Entwicklung. "Wir automatisieren Maschen in allen
Branchen, hauchen ihnen also Herz und Leben ein", so Rainer.

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