AK Wien Vollversammlung 7 - Runter mit den Überziehungszinsen!

Gesetzliche Regeln für Pfandanleihe

Wien (OTS/AK) - Wer ins Minus am Konto rutscht, muss durchschnittlich mit fast elf Prozent Überziehungszinsen rechnen. Die Vollversammlung der AK Wien verlangt von den Banken, die Überziehungszinsen deutlich zu senken. Und auch für das "Pfandl" muss es gesetzliche Regeln geben - die Pfandanleihe muss als Verbraucherkredit eingestuft werden, damit KonsumentInnen wichtige Informationen über Zinsen und Gesamtbetrag in der Hand halten.

Die Kontoüberziehung ist in Österreich häufig, aber sehr teuer. Kontoüberziehungen kosten zwischen 4,125 und 13,5 Prozent. Wer seinen Überziehungsrahmen überschreitet, dem werden zusätzlich zu den hohen Zinsen nochmals in der Regel fünf Prozent draufgeschlagen. Für BankkundInnen, die das Konto kräftig überziehen, können die Zinsen auf 18,5 Prozent hinaufschnalzen. Ein Beispiel: Ein Kontoinahber, der seinen Rahmen von 3.000 Euro ganzjährig zur Gänze ausnutzt, zahlt bei einem Zinssatz von 13,5 Prozent alleine 405 Euro pro Jahr an Zinsen. Die Zinsen für Konsumkredite hingegen (inklusive Bearbeitungsgebühr und sonstigen Nebenspesen) machen 4,6 bis 7,4 Prozent (Quelle:
Bankenrechner, September 2012) aus.

Die Vollversammlung verlangt daher, dass die Überziehungszinsen gesenkt werden, zumindest auf das Marktniveau für Konsumkredite. Darüber hinaus sollen die Informationen über die Zinshöhe und Zinsanpassung (Bindung an Leitzins, Häufigkeit der Zinsanpassung) sowohl auf den Homepages der Banken als auch in vorvertraglichen Informationen deutlich und transparent dargestellt werden.

Bei den Pfandanleihen fehlen konsumentenfreundliche Regeln. Die Pfandleihe muss in den Anwendungsbereich des Verbraucherkreditvertrages aufgenommen werden, fordert die Vollversammlung. Den KonsumentInnen müssen analog zu den Konsum- und Wohnkrediten vorvertragliche Informationen ausgehändigt werden, die zumindest den effektiven Jahreszinssatz sowie den Gesamtbetrag (Summe aller Zahlungen an das Pfandleihunternehmen) enthalten. Die Gründe dafür sind, dass die Zinsen und Gebühren bei Pfandleihverträgen nicht nur wenig transparent, sondern zum Teil sehr hoch sind. Besonders hervorzuheben sind die Zinsen, die pro Halbmonat verrechnet werden. Nach einer AK-Erhebung betrugen diese Halbmonatssätze zwischen 0,375 Prozent und 1,35 Prozent. Zusätzlich können Manipulationsgebühren pro Halbmonat (0,75 bis 1,125 Prozent) sowie eventuelle Garagierungs-, Lagerkosten, Platzgeld, Ausfertigungsgebühr anfallen. Die Pfandleihe ist eine teure Finanzierung und kann laut AK-Berechnungen effektiv bis 140 Prozent kosten. Darüber hinaus sollte es wie bei Konsumkrediten ein unbedingtes zweiwöchiges Rücktrittsrecht ab Vertragsabschluss geben.

(Forts.)

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