AK Wien Vollversammlung fordert Verbesserungen im Bildungssystem (6)

Wien (OTS/AK) - Die Vollversammlung der AK Wien fordert in einem ihrer bildungspolitischen Anträge die Angleichung der Lehrpläne der AHS-Unterstufe und der Neuen Mittelschule. In weiteren Anträgen fordert die Vollversammlung die Implementierung verpflichtender Lehrveranstaltungen zur Vorbereitung auf den gesetzlich vorgeschriebenen Berufsorientierungsunterricht sowie Studienwahlberatung in der Oberstufe. Außerdem soll das bestehende Angebot an Basis- und Alphabetisierungskursen ausgeweitet und leichter zugänglich gemacht werden. Äußerst kritisch bewertet die Vollversammlung eine nur einjährige Lehre für MaturantInnen. Im Hochschulbereich fordert die Vollversammlung einen neuen 5-jährigen Fachhochschulentwicklungs- und -finanzierungsplan unter Mitwirkung der ArbeitnehmerInnenorganisationen und eine Ausbau der Studienplätze.

+ Basis- und Alphabetisierungskurse: Das Angebot an Basis- und Alphabetisierungskursen soll ausgebaut werden. Die Teilnahme soll durch ein gefordertes Qualifizierungsstipendium in Höhe der Mindestsicherung finanziell abgesichert werden, um mehr Menschen den Zugang in höherem Ausmaß zu ermöglichen.

+ Verpflichtende Berufsorientierungsausbildung für LehrerInnen:
Ein effizienter und qualitativ hochstehender BO-Unterricht ist notwendig, um Jugendliche als zukünftige ArbeitnehmerInnen gut auf die Arbeitswelt vorzubereiten und sie bei der Berufs- und Bildungswahl zu unterstützen. Die derzeitigen Ausbildungsmöglichkeiten werden diesen Ansprüchen in keiner Weise gerecht.

+ Studienwahlberatung in der Oberstufe: Nur 50 Prozent der MaturantInnen wissen, welchen Bildungsweg sie nach der Matura einschlagen sollen. Angesichts des ständig wachsenden Angebots an Studiengängen soll eine verpflichtende Studienwahlberatung an allen AHS und BHS eingeführt werden. Das wäre ein erster wichtiger Schritt in Richtung eines Pflichtmoduls zur Berufs- und Bildungswahl für alle 17-18-jährigen.

+ Lehrpläne angleichen: "Berufs und Bildungsorientierung (BO)" und "Ernährung und Haushalt" sind in der Neuen Mittelschule verbindliche Unterrichtsgegenstände. In Zukunft soll das auch für AHS-Unterstufen gelten. SchülerInnen sollen im BO-Unterricht ihre Stärken und Schwächen erkennen. Der Gegenstand "Ernährung und Haushalt" soll wachsenden gesundheitlichen Problemen entgegenwirken und SchülerInnen besser auf ihren Alltag als KonsumentInnen vorbereiten.

+ Keine nur einjährige Lehre für MaturantInnen: Stattdessen fordert die Vollversammlung die Anerkennung von BHS-MaturantInnen als Fachkräfte und eine dementsprechende Beschäftigung und Entlohnung. Außerdem sollen Maßnahmen gesetzt werden, um die Qualität der Lehre zu verbessern.

+ Fachhochschulausbau: Neben einer sukzessiven Erhöhung der Zahl der AnfängerInnenstudienplätze von zumindest 1.000 neuen Plätzen pro Jahr verlangt die Vollversammlung eine Schwerpunktsetzung bei berufsbegleitenden Angeboten und zusätzliche Budgetmittel für Fördermaßnahmen, um den Anteil von Studierenden ohne traditionelle Matura zu erhöhen.

(Forts.)

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