AK Wien Vollversammmlung fordert wirksame Bonus-Malus-Regelung für die Beschäftigung Älterer (5)

Wien (OTS/AK) - Die Arbeitslosigkeit bei ArbeitnehmerInnen ab dem 50. Lebensjahr steigt überdurchschnittlich stark an. Ältere Arbeit Suchende bleiben zudem überdurchschnittlich lange arbeitslos. Ihre Arbeitsplatz-Chancen werden vor allem durch zwei Aspekte verschlechtert: durch ihren häufigen und zum Teil schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen und durch Schwächen in der beruflichen Qualifikation. Diese Benachteiligung ist häufig Resultat eines Beschäftigungsverhaltens von Unternehmen, das insbesondere niedrig qualifizierten ArbeitnehmerInnen bei betrieblicher Gesundheitsförderung oder betrieblicher Weiterbildung benachteiligt und FacharbeitnehmerInnen einem hohen Arbeitsdruck aussetzt, ohne dass auf die sich ändernde Leistungsfähigkeit in der Arbeitsorganisation entsprechend Rücksicht genommen wird. Überdies werden infolge der Reform der Invaliditätspension viele gesundheitlich beeinträchtigte und beruflich neu ausgebildete ältere ArbeitnehmerInnen Arbeitsplätze brauchen, Arbeitsplätze, die schon jetzt von den Betrieben in viel zu geringem Ausmaß zur Verfügung gestellt werden. Es braucht daher wirksame finanzielle Anreize für die Unternehmen, die Alterung der Erwerbsbevölkerung in ihrer Personalpolitik zu berücksichtigen. Unternehmen müssen alternsgerechte Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, in betriebliche Gesundheitsförderung und betriebliche Aus- und Weiterbildung auch für gering qualifizierte und/oder ältere ArbeitnehmerInnen investieren und verstärkt ältere, auch gesundheitlich beeinträchtigte ArbeitnehmerInnen bis zum Erreichen des Pensionsalters aktiv zu beschäftigen. Die Vollversammlung der AK Wien fordert das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz auf, rasch eine sozialpartnerschaftliche Arbeitsgruppe mit dem Auftrag einzurichten, ein neues Bonus-Malus-System zu erarbeiten, damit dieses zeitgleich mit den Veränderungen bei der Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension in Kraft gesetzt werden kann.

Regelung mit Konsequenzen
Ziel diese neuen Systems ist die Festlegung spürbarer finanzieller Folgen für Unternehmen, die nach einem Übergangszeitraum über keine eigene qualitätsgesicherte Gesundheitsförderungssysteme verfügen oder sich als kleine und mittlere Unternehmen nicht an Gesundheitsförderungsprogrammen der Sozialversicherungsträger beteiligen. Ebenfalls sollen Unternehmen, die ältere ArbeitnehmerInnen ohne wirtschaftliche Notwendigkeit kündigen oder die im Vergleich zur Altersstruktur der Erwerbsbevölkerung einen zu geringen Anteil an älteren ArbeitnehmerInnen beschäftigen, einen Malus tragen müssen.

Bedarfserhebung
Gleichzeitig werden sowohl der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und die Krankenversicherungsträger aufgerufen, statistische Informationen zur Beurteilung des Bedarfes an gesundheitsfördernden Maßnahmen in Betrieben zu erarbeiten und zur Verfügung zu stellen. Auf Basis dieser Informationen sollen gezielte Änderungen der Arbeitsorganisation in den Betrieben auch durch Einsatz von Förderungen und Beratungsleistungen etwa der Krankenversicherungsträger und der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt ermöglicht und erreicht werden, die zu einer Reduktion der physischen und psychischen Arbeitsbelastung in diesen Betrieben mit dem Ziel einer Reduktion von Gesundheitsgefährdungen, Krankenständen und letztlich arbeitsbedingtem Verlust der Arbeitsfähigkeit führen.

(Forts.)

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