Rücktritt von EU-Kommissar John Dalli: "Konsumenten und Importeure fürchten Vakuum in der Kommission"

Kehl/Brüssel (ots) - Importeure: "Geplanter EU-Strafzoll auf Importe von chinesischem Küchen- und Gebrauchsgeschirr schädigt alle, vor allem die Konsumenten"

Die europäischen Importeure von chinesischer Küchen- und Gebrauchskeramik befürchten nach dem Rücktritt von Konsumentenschutzkommissar Dalli ein Vakuum in der Gruppe der EU-Kommissare. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am 11. Oktober berichtete, plant die Verwaltungsebene der EU-Kommission, einen Antidumping Strafzoll von 17 bis 58 Prozent auf diese Produkte zu legen. Die europäischen Importeure sind strikt gegen einen solchen Strafzoll und hoffen, dass das Kommissarskollegium das noch verhindert. Bis zum 15. November ist dazu noch Zeit.

"Eine Einführung von Antidumping-Maßnahmen würde nur sehr wenigen Marktteilnehmern auf Kosten der großen Allgemeinheit etwas nützen. Die Konsequenz wären nicht nur höhere Konsumentenpreise, sondern auch Jobverluste bei den Importeuren und auch im Handel" sagt Michael Freiwirth, Geschäftsführer und Eigentümer der deutschen Importgesellschaft Arte Viva. Dieser Ansicht haben sich inzwischen über 100 Handelsunternehmen wie Metro und auch Verbände wie die Foreign Trade Association (FTA) und die Außenhandelsvereinigung des deutschen Außenhandels (AVE) angeschlossen.

Freiwirth betont, dass sogar bedeutende europäische Produzenten ausdrücklich gegen die Einführung eines Strafzolls sind. Eine beträchtliche Anzahl von innereuropäischen Keramikproduzenten importieren selbst die angeblich gedumpten Produkte aus China. Die Beschwerdeführer behaupten, von 35 Prozent der EU-Produzenten unterstützt zu werden. Bei einem Marktanteil von 7 Prozent repräsentieren die Beschwerdeführer gerade 2,5 Prozent, wobei der Marktanteil chinesischer Importe bei über 66 Prozent liegt" argumentiert Freiwirth.

Entsprechend der Aussage der Importeure mangelt es der gesamten Beschwerde an die Kommission an der Grundlage. Chinesische Hersteller verkaufen auf ihrem Heimmarkt zu ähnlichen und sogar zu niedrigeren Preisen. Nach Eurostat-Daten ist zwischen Januar 2010 und Juni 2012 der Preis chinesischer Produkte um beinahe 40 Prozent gestiegen -Fakten, die von der Kommission nicht ausreichend gewürdigt werden.

Die Importeure betonen, ein komplett anderes Marktsegment als die europäischen Produzenten zu bedienen, welches sich durch niedrige Preise und den Vertrieb über lokale Händler auszeichnet. Die europäischen Hersteller bedienen das Premiumsegment. "Die Kunden in unserem Marktsegment werden keine Preiserhöhung akzeptieren" streicht Freiwirth heraus "daher werden sich die Verkäufe maßgeblich verringern". Bei einer Kommissionsanhörung hat die Metro Handelsgruppe festgestellt, dass Antidumpingmaßnahmen leicht bis zu 5000 Jobs kosten könnten, die mit Küchen- und Gebrauchsgeschirr innerhalb von Metro in Europa zu tun haben (Metro ist eine der führenden 20 Handelsgruppen in Europa).

Zusammengefasst heißt das, dass die geplanten Strafzölle die strukturellen Probleme der europäischen Produzenten nicht lösen, gleichzeitig aber tausende Jobs im Import und Handel verloren gehen könnten.

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Michael Freiwirth,
ARTE VIVA GmbH,
Email: office@arteviva.eu;
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