Lichtenecker: Befürchtungen wurden bestätigt, SVA-Urbefragung entpuppt sich als Alibi-Aktion

Grüne fordern nun rasche Verbesserungen für EPU und KleinstunternehmerInnen

Wien (OTS) - "Die heutige Präsentation der 'Ergebnisse' der SVA-Urbefragung bestätigt unsere Befürchtungen: Sie hat sich als Alibi-Aktion entpuppt. Denn aufgrund der geringen Rücklaufquote ist sie weder repräsentativ noch können aufgrund der Fragestellungen qualitative Rückschlüsse gezogen", kritisiert die Wirtschaftssprecherin der Grünen, Ruperta Lichtenecker.

"Es ist lächerlich und anmaßend zu glauben, mit dieser Befragung die Sorgen und Bedürfnisse der Unternehmerinnen und Unternehmer auf Basis eines einseitigen Fragebogens mit vier höchst tendenziösen Suggestivfragen zu kennen. Denn nicht einmal die wichtige Frage nach der Unternehmensgröße der Antwortenden kann auf Basis dieser Daten beantwortet werden", kritisiert Lichtenecker.

Das wäre aber umso wichtiger gewesen, denn Fakt ist, dass sich immer mehr EPU und KleinstunternehmerInnen im sozialen Netz, das ihnen die SVA eigentlich bieten sollte, verfangen. So zeigen die Beantwortungen von parlamentarische Anfragen die Lichtenecker an die Minister Rudolf Hundstorfer und Alois Stöger gestellt hat, unter anderem, dass etwa 250.000 Selbständige - das sind etwa die Hälfte aller UnternehmerInnen - 2011 ihre Sozialversicherungsbeiträge nicht pünktlich bezahlen konnten und deshalb Verzugszinsen in Höhe von insgesamt 31,8 Millionen Euro an die SVA entrichten mussten.

Lichtenecker: "Die Lösungsvorschläge liegen bereits lange auf dem Tisch, dafür hätte es diese Alibi-PR-Aktion, die Zeit und Geld der Versicherten verschlungen hat, nicht gebraucht." Lichtenecker fordert, die Senkung der Mindestbeitragsgrundlage bei der Krankenversicherung und die Streichung des Selbstbehaltes. Zudem fordert sie rasch Verbesserungen im Bereich des Krankengeldes und auch des Wochengeldes, damit Krankheit und Mutterschutz nicht zur Armutsfalle werden.

"Schließlich und da sind sowohl die SVA als auch die Regierungsparteien gefordert, muss es endlich eine ernsthafte Diskussion über die Zusammenlegung und damit über die Vereinfachung der Sozialversicherungen in Österreich geben. Denn eines ist klar:
Die Fragmentierung des Sozialversicherungssystems nach Berufsgruppen ist ungerecht, intransparent und teuer. Es ist ein ineffizientes Relikt der Vergangenheit, das den laufenden Veränderungen in der heutigen Arbeitswelt nicht gerecht wird", so Lichtenecker.

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