Benedikt XVI. warnt vor "selbst gemachter Religion"

Papst bei Generalaudienz: Glaubensunkenntnis führt zu Vermischung

Vatikanstadt, 17.10.12 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat sich besorgt über eine mangelnde Kenntnis zentraler Glaubensinhalte unter Christen geäußert und vor der Gefahr einer "selbst gemachten" Religion gewarnt. Vielen Christen sei heute nicht einmal mehr der Kern ihres Glaubens bekannt, sagte der Papst am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz.

Das fehlende Glaubenswissen führe zu einer Vermischung der Religionen und zu religiösem Relativismus, stellte Benedikt XVI. Mit dem Ziel, diesem Trend entgegenzuwirken, habe Papst Johannes Paul II. vor 20 Jahren den "Katechismus der Katholischen Kirche" ("Weltkatechismus") eingeführt.

Der 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils sei ein wichtiger Anlass, "um zu Gott zurückzukehren und den eigenen Glauben mit größerem Mut zu leben und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Kirche zu stärken", sagte der Papst.

Auch Christen seien gegen den heute häufig vorherrschenden Individualismus und Relativismus nicht vollständig gefeit. Sie lebten ihren Glauben häufig nur noch passiv und im privaten Raum. Zudem bestehe oft ein große Diskrepanz zwischen Leben und Glauben. Benedikt XVI. verwies auf die Ergebnisse einer Umfrage unter den Bischöfen der Weltkirche, die zur Vorbereitung der gegenwärtig im Vatikan tagenden Bischofsynode durchgeführt wurde.

Der Papst kündigte für die Generalaudienzen zugleich den Beginn einer neuen Katechesen-Reihe zum "Jahr des Glaubens" an. Das Themenjahr hatte am vergangenen Donnerstag begonnen und endet am 24. November 2013. Die neue Reihe solle den Glauben stärken und dazu beitragen, die Freude am Glauben wiederzuentdecken, so Benedikt XVI. Die Katechesen-Reihe über das Gebet werde hierzu vorerst unterbrochen.

Benedikt XVI. hob hervor, dass im Mittelpunkt des christlichen Glaubens nicht eine Idee oder ein Lebensentwurf stehe, sondern die Begegnung mit der Person Jesu Christi. Diese dürfe nicht nur auf einer intellektuellen Ebene stattfinden, sondern müsse das ganze Leben verwandeln, forderte er.

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