Pilotprojekte - Darabos: Heer ohne Wehrpflicht funktioniert

Über 2.000 Bewerber für die Profi-Miliz - 50 Bedienstete ersetzen 400 Grundwehrdiener in Heeresliegenschaften

Wien (OTS/BMLVS) - Eine positive Zwischenbilanz zieht Verteidigungsminister Norbert Darabos über die von ihm initiierten Pilotprojekte zur Professionalisierung des Bundesheeres. "Die Projekte beweisen nicht nur, dass sich für Miliz und Truppe genügend Freiwillige finden, sie zeigen auch, wie das System auch ohne Wehrpflicht funktioniert", sagt Darabos bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit an den Pilotprojekten beteiligten Truppen-Offizieren.

Ziel der Projekte ist es, die Machbarkeit einer Berufs- und Freiwilligenarmee in Österreich zu zeigen. Zu diesem Zweck werden (1) zwei Kompanien einer sogenannten "Profi-Miliz" aufgestellt, die zu regelmäßigen Übungen einberufen und für Einsätze im Inland herangezogen werden, (2) mehrere Heeresliegenschaften ohne den Einsatz von Grundwehrdienern betrieben und (3) ein Bataillon, das ausschließlich aus Berufs- und Zeitsoldaten besteht, aufgestellt.

Der Andrang zu den Pilotprojekten ist groß. Für die Profi-Miliz gibt es bereits 2.000 Bewerbungen, das entspricht etwa 10 Bewerbern pro Stelle. "Diese Leute wollen freiwillig, neben ihrem Job oder dem Studium, ihren Beitrag zur Landesverteidigung leisten", so Darabos. 130 Bewerber haben die strengen Aufnahmetests bereits absolviert und sind somit Teil der neuen Miliz. Bereits im kommenden Jahr werden die beiden neuen Kompanien - eine in Niederösterreich, eine in Salzburg -vor allem für Einsätze zur Katastrophenhilfe bereit stehen. Oberstleutnant der Miliz Michael Blaha, Kommandant des Jägerbataillons Wien 1: "Wer mehr übt ist am Ende einsatzbereiter. Das Pilotprojekt erhöht damit die Chance, dass die Miliz wirklich zum Einsatz kommt." Am Ende werde man durch das regelmäßige und verstärktes Üben sicherstellen, "dass Profis am Werk sind."

Schon am 1. Dezember 2012 starten zwei Heeresliegenschaften den Betrieb komplett ohne Grundwehrdiener. Weitere vier Standorte verzichten ab 1. Jänner 2013 auf Wehrpflichtige. "Es gelingt uns, 410 Grundwehrdiener durch nur 50 Bedienstete zu ersetzen", so Darabos. Unter den Liegenschaften ist auch der Truppenübungsplatz Seetaler Alpe. TÜPL-Kommandant Oberst Manfred Hofer: "Durch einen Mix an Kompensationsmaßnahmen - technische Anlagen, modernes Gerät und zivile Arbeitskräfte - ersetzen wir die 100 Grundwehrdiener, die bisher im Jahr am Truppenübungsplatz eingesetzt waren. Wir halten dabei die hohe Qualität und bleiben kostenneutral." Der Einsatz von Grundwehrdienern am Truppenübungsplatz verursachte bisher Kosten in Höhe von 600.000 Euro im Jahr.

Als Musterverband wurde das Jägerbataillon 25 ausgewählt. Hier konnten binnen weniger Monate 250 Berufs- und Zeitsoldaten für den neuen Profi-Verband rekrutiert werden. "Das zeigt, dass sich Verbände innerhalb erstaunlich kurzer Zeit professionalisieren lassen", betonte Darabos. Brigadier Thomas Starlinger, Kommandant der 7. Jägerbrigade: "Das Pilotprojekt ist ein wichtiger Schritt für mehr Professionalität und ein Quantensprung in Sachen militärische Leistungsfähigkeit."

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