Leitl präsentiert Ergebnisse der SVA-Urbefragung: Die neue Gesundheitsversicherung wird eindrucksvoll bestätigt

Fast 120.000 Versicherte haben sich beteiligt - neue Form der Mitbestimmung wird angenommen

Wien (OTS) - Das Ergebnis der ersten SVA-Urbefragung liegt vor und mit ihm entscheidende Festlegungen über den künftigen Weg der SVA. "Wir haben die Versicherten der SVA zur Mitgestaltung eingeladen und ich bin sehr stolz, dass so viele dieses Angebot angenommen haben", sagte SVA-Obmann Christoph Leitl heute, Mittwoch, bei der Präsentation der Ergebnisse.

Die Versicherten deponierten bei der Urbefragung ihre Meinungen zu den Themen Prävention und Eigenverantwortung, dem Selbstbehalte-System, der Zukunft des solidarischen, einkommensabhängigen Beitragssystems und den Wünschen an die SVA als kundenorientierter Dienstleister der Unternehmerschaft.

"Für uns war auch von der ersten Sekunde an klar, dass das Ergebnis der Urbefragung - egal wie es aussieht - für uns ein Umsetzungsauftrag sein wird", betont Obmann Leitl und weiter: "Wir haben nun fast 120.000 Versicherte hinter uns, wenn wir ab sofort in die Verhandlungen mit Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftsminister gehen und wir werden mit aller Kraft für die Anliegen unserer Versichertengemeinschaft kämpfen."

Das Präventionsprogramm "Selbständig Gesund" wird nicht nur akzeptiert, sondern mit 58,3 Prozent an erster Stelle der Themenpriorisierung gereiht. Damit wird das Pilotprojekt nun in den Regelbetrieb übergeführt und als fixe Leistung der SVA angeboten -unverändert wie bisher, basierend auf Freiwilligkeit und mit einem attraktiven Bonus-System. Ein sehr klares Votum gibt es beim Thema Eigenverantwortung: 82,9 Prozent sind für die Beibehaltung des Selbstbehaltes und gegen eine Beitragserhöhung. Auch bei der Frage nach einer stärkeren Umverteilung ist das Ergebnis eindeutig: 79,5 Prozent sind für Versicherungsbeiträge, die nach dem Einkommen gestaffelt sind. "Das ist ein klares Bekenntnis zur bestehenden Form der Beitragsaufbringung durch unsere Versicherten. Sie stehen eindeutig zu einem einkommensabhängigen Beitrag und einem Selbstbehalt bei Inanspruchnahme von Leistungen", so Leitl.

Obmann Leitl zur Beteiligung bei der Urbefragung: "Fast 22 Prozent Beteiligung - 118.600 retournierte Fragebögen - dieses Ergebnis ist ein großer Erfolg, sogar nach den Maßstäben der Kritiker, die diesen Weg der direkten Einbindung unserer Versichertengemeinschaft von Anfang an schlechtgeredet haben. Ich möchte mich bei allen Versicherten bedanken, die sich die Zeit zum Mitmachen genommen haben und damit unser Arbeitsprogramm entscheidend mitgestaltet haben".

Der stv. SVA-Obmann Peter McDonald präsentierte die wichtigsten Ergebnisse der Auswertung:

  • 543.798 versandte Fragebögen
  • 118.600 abgegebene Fragebögen
  • 21,8 % Beteiligung
  • 99,1 % gültige Stimmen
  • 82,9 % für Beibehaltung des Selbstbehaltes
  • 79,5 % für Beibehaltung einkommensorientierte Beitragsentrichtung
  • Beteiligung nach Geschlecht: 37,8 % Frauen, 62,2 % Männer (entspricht der Versichertenstruktur)
  • Beteiligung nach Alter: 61,2 % zwischen 40 und 65 Jahre, 21,2 % über 65, 17,6 % unter 40

Top 3-Wünsche der Versicherten:

1. 58,3 % für geringere Beiträge/Selbstbehalte für gesunden Lebensstil

2. 29 % für Vereinfachung von Ausnahmemöglichkeiten von der Pflichtversicherung bei geringen Einkünften und bei den Mehrfachversicherungen

3. 25,4 % bzw. 23,3 % für schrittweise Senkung der Mindestbeiträge und ein größerer gesetzlicher Spielraum für Hilfe bei individuellen Zahlungsschwierigkeiten.

"Einen ersten großen Erfolg können wir bereits bei einer weiteren zentralen Forderung unserer Versicherten verbuchen", so McDonald. "Bei der Frage nach Krankengeld für Selbständige und Verbesserung bei Wochen- und Kinderbetreuungsgeld sprechen sich mit 48,4 % Frauen eine große Zahl direkt Betroffener für Verbesserungen aus. Und genau in diesem Bereich konnten wir schon einen großen Schritt machen und eine völlig neue Unterstützungsleistung bei längerer Krankheit auf den Weg bringen. Diese finanzielle Absicherung ist nicht nur eine wichtige Sozialmaßnahme für Unternehmer und ihre Familien, sondern auch ein wichtiges Sicherungsnetz für die heimische Wirtschaft und ihre Arbeitnehmer."

Obmann-Stellvertreter Wilhelm Turecek berichtete von den drei wichtigsten Servicethemen, auf die sich die Befragten bei der Urbefragung festlegten: "Mehr Transparenz bei der Beitragsvorschreibung (50,8 %), Ausbau individueller Beratung (33,4 %), Informationsausbau im Internet (23,6 %). Die SVA ist in einem kontinuierlichen Reformprozess und konnte schon wichtige Schritte auf dem Weg zum kundenorientierten Dienstleistungsunternehmen machen. Dennoch gibt es immer etwas zu tun - die Urbefragung hat hier wichtige Arbeitsaufträge für uns geliefert - denn wichtige Punkte funktionieren noch nicht so, wie es die Versicherten gerne hätten". Hier sei die SVA aufgerufen, notwendige Schritte in den Bereichen Beitragszahlung, Bürokratie und Online-Services zu setzen.

SVA Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft

Die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) ist der Sozialversicherungsträger für Österreichs Unternehmerinnen und Unternehmer. In ihrer Zuständigkeit für die gesetzliche Krankenversicherung der Selbständigen betreut die SVA rund 700.000 Kunden (davon 340.000 Aktive, 130.000 Pensionisten und 230.000 Angehörige), in ihrer Zuständigkeit für die gesetzliche Pensionsversicherung 360.000 Anspruchsberechtigte (300.000 Gewerbetreibende und 60.000 Freiberufler).

Als modernes Dienstleistungsunternehmen setzt die SVA auf Kundennähe, effiziente, schlanke Verwaltung und Aktionen wie "Fit zu mehr Erfolg" und den einzigartigen "SVA-Gesundheitshunderter", welche den Versicherten Motivation zur aktiven Prävention geben. Als erste Sozialversicherung legt die SVA den Fokus auf die Gesundheitsvorsorge und bietet mit der Gesundheitsversicherung "Selbständig Gesund" umfassende Vorsorgeleistungen an, die auf freiwilliger Basis beim Gesundbleiben oder -werden unterstützen.

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