Korun zur Diskussion um Visarücknahme: Armut und Ausgrenzung lassen sich mit Visapflicht nicht bekämpfen

Grüne: EU-Roma Strategie weist den Weg

Wien (OTS) - "Alle wissen, dass die vermehrten Wanderbewegungen und Asylanträge aus osteuropäischen Ländern wie Serbien und Mazedonien mit manifester Armut und der Ausgrenzung vor allem von Roma zu tun haben. Armut und Ausgrenzung lassen sich aber mit Visapflicht nicht bekämpfen. Wenn sich nun mehrere Innenminister, darunter auch die österreichische Innenministerin, für die Wiedereinführung von Visazwang für diverse osteuropäische Staaten stark machen, dann ist das kein produktives Problemlösen sondern hilflose Kopf-in-den-Sand Politik", kritisiert Alev Korun, Migrations - und Menschenrechtssprecherin der Grünen, die angekündigten Vorhaben.

"Wir erleben eine Armut mitten in Europa, von der wir alle seit Jahren wissen und gegen die auch unsere Innenministerin offensichtlich lieber mit unbeholfener Sypmtombekämpfung (Visazwang) vorgehen will, anstatt Nägel mit Köpfen zu machen. So lange die massive Armut und soziale Diskriminierung der Roma mitten in Europa weitergeht, würde der Visazwang das Problem nicht lösen, sondern nur die illegale Migration vergrößern", erläutert Korun.

"Das Problem wirklich angehen heißt, dass man die Lebensbedingungen in den Herkunftsstaaten gezielt verbessern muss. Vor allem die soziale und wirtschaftliche Ausgrenzung der Roma, der größten Minderheit Europas, muss von allen gemeinsam angegangen werden. Es gibt bereits eine EU-Rahmenstrategie zur sozialen Integration der Roma. Diese sollte von EU-Staaten nun auch gemeinsam mit den in Diskussion stehenden Ländern in Form von Armutsbekämpfung vor Ort angegangen werden", schlägt Korun vor und ergänzt: "Denn Armut und Ausgrenzung lassen sich mit Visapflicht nicht bekämpfen".

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