- 17.10.2012, 10:54:48
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Volkshilfe: Mit "Talk & Songs" gegen die Armut
Anlässlich des internationalen Tags zur Beseitigung der Armut zeigte die Volkshilfe im RadioKulturhaus Strategien zur Armutsbekämpfung auf.

Utl.: Anlässlich des internationalen Tags zur Beseitigung der Armut
zeigte die Volkshilfe im RadioKulturhaus Strategien zur
Armutsbekämpfung auf.=
Wien (OTS) - "Nicht nur Armut ist ein Problem, sondern auch
Reichtum", sagt Mag. (FH) Erich Fenninger im Rahmen der Veranstaltung
"Tag gegen Armut", die gestern erstmals von der Volkshilfe in
Kooperation mit dem RadioKulturhaus veranstaltet wurde. Im Rahmen
einer Talk-Runde wurden Strategien zur Armutsbekämpfung diskutiert.
Zu den Podiumsgästen zählten Blogger Robert Misik, Autorin Sybille
Hamann, Ökonom Markus Marterbauer und Volkshilfe
Bundesgeschäftsführer Erich Fenninger. Moderiert wurde der "Tag gegen
Armut" von Journalistin Renata Schmidtkunz. Im Anschluss gaben die
Bluessängerin Meena Cryle und die Liedermacherin Beatrix Neundlinger
zwei berührende Konzerte zum Besten.
Ungleichheit zwischen Arm und Reich gefährdet
gesellschaftlichen Frieden
1,4 Milliarden Menschen sind nach UN-Angaben von extremer Armut
betroffen In den EU-Ländern leben 81 Millionen Menschen unter der
Einkommensarmutsgrenze. Auch in Österreich sind 511.000 Menschen von
Armut betroffen. Gleichzeitig mit dem Ansteigen der Armut nimmt auch
die Ungleichheit zu. Während das ärmste Zehntel ein Nettovermögen
(Sach-und Finanzvermögen minus Schulden) von weniger als 1.000 Euro
hat, beginnen die Nettovermögen des reichsten Zehntels mit 542.000
Euro - nach oben offen.
"Trotz Krise leben wir in großen Reichtum. Armut und soziale
Ungleichheit sind ein politisches Problem", sagt Markus Materbauer,
Leiter der AK-Abteilung Wirtschaftswissenschaft, und fordert mehr
Transparenz in Vermögensfragen: "Es sollte nicht nur einen Armuts-,
sondern auch einen Reichtumsbericht geben. Denn Armut und Reichtum
hängen zusammen."
Netzaktivist Robert Misik gibt zu bedenken, dass "es nicht so
einfach zu erklären ist, warum alle in einer Gesellschaft etwas davon
haben, wenn alle etwas haben". Als Publizist sieht er seinen Beitrag
zur Armutsbekämpfung in der Aufklärungsarbeit: "Eine gleichere
Gesellschaft beginnt damit, dass wir uns gleicher behandeln. Und wenn
wir das jetzt noch nicht tun, müssen wir heute damit anfangen."
Sybille Hamann hebt hervor, dass jeder und jede sich für eine
gerechtere Wohlstandsverteilung einsetzen kann: "Was hilft, ist ein
Blickwechsel. Man muss sich damit auseinandersetzen, was in der
unmittelbaren Umgebung passiert und dann aktiv werden."
Strategien gegen Armut
Die zentralen Forderungen der Volkshilfe zur Armutsbekämpfung sind
eine Anhebung des Arbeitslosengeldes und der Notstandshilfe, eine
bessere Gesundheitsversorgung, eine qualitätsvolle
Arbeitsmarktpolitik und Investitionen ins Bildungssystem.
Fenninger: "Die Demokratie erodiert, der Rechtspopulismus nimmt
zu. Die Parteien müssen endlich wieder "Partei ergreifen" und sich
für die Rechte sozial schwacher Menschen einsetzen. Der Umschwung
muss auch von der Zivilgesellschaft ausgehen."
Mit der Analyse, dass "die Zeit der allgemeinen gesellschaftlichen
Gemütlichkeit vorbei sei", schließt Renata Schmidtkunz die
Diskussionsrunde. Volkshilfe Geschäftsführer Fenninger abschließend:
"Wenn Österreich das selbst gesteckte Ziel, die Zahl der
Armutsgefährdeten bis zum Jahr 2020 um 235.000 Personen zu
reduzieren, erreichen wolle, muss Armutsbekämpfung oberste Priorität
werden. Wir dürfen nicht nur die reale Welt denken, sondern auch das
Mögliche."
Im Anschluss an die Talk-Runde ließ das Trio "9linger und die
geringfügig Beschäftigten" um Liedermacherin Beatrix Neundlinger mit
politischen Liedern u.a. zu Altersarmut aufhorchen. Die
internationale erfolgreiche Bluessängerin Meena Cryle sorgte mit
ihrer einzigartigen Stimme für einen unvergesslichen Abschluss.
Weiterführende Informationen
Mit dem "Tag gegen Armut" setzt die Volkshilfe ihre erfolgreiche
Veranstaltungsreihe rund um das Thema Armut fort - im Frühsommer
findet seit 2004 jährlich die Benefiz "Nacht gegen Armut" statt. Mehr
Informationen und Bilder: www.taggegenarmut.at
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