EU Verbot des Zwangsfütterns von Vögeln für die Foie-gras-Produktion gefordert

Gemeinsame Initiative von Abgeordneten des Europäischen Parlaments und VIER PFOTEN

Brüssel (OTS) - Heute haben fraktionsübergreifend Abgeordnete des Europäischen Parlaments, die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN und vier weitere Tierschutzorganisationen gemeinsam im Europaparlament ein EU-weites Gesetz über das Verbot von Zwangsstopfen von Enten und Gänsen für die Produktion von Foie gras gefordert. Zur gleichen Zeit reichten die Tierschutzorganisationen eine formelle Beschwerde gegen Frankreich und Ungarn ein, die weltweit größten bzw. drittgrößten Produzenten von Foie gras. Beide Länder verstoßen gegen die aktuellen EU-Tierschutz-Richtlinien. Die formelle Beschwerde stützt sich unter anderem auf ein Undercover-Video von VIER PFOTEN über Foie-gras-Farmen in Ungarn sowie ein Video der Tierschutzorganisation L214 über Farmen in Frankreich.

In Österreich und zwölf weiteren EU Mitgliedstaaten wird das Zwangsstopfen von Gänsen und Enten als Tierquälerei angesehen und ist daher verboten; der Verkauf ist allerdings immer noch legal. Mehrere EU Mitgliedstaaten umgehen dieses Verbot, indem sie Foie gras im Ausland produzieren lassen.

Millionen von Gänsen und Enten leiden in der Foie-gras-Produktion. Während des Zwangsfütterns wird den Tieren ein Metallrohr durch den Schlund bis zum Mageneingang eingeführt. Dann werden sie mit großen Mengen Maisbrei durch ein pneumatisches System innerhalb von zwei bis drei Sekunden zwangsgefüttert. Eine Person kann so bis zu 400 Tiere in einer Stunde zwangsfüttern. "22 Mitgliedstaaten behaupten, dafür Verständnis zu haben, dass die Produktion dieser so genannten Delikatesse extrem grausam ist und die Enten und Gänse immens leiden", sagt Nadja Hirsch, Mitglied des Europäischen Parlaments. "Dennoch verkaufen sie weiterhin das Produkt, das im Ausland produziert wird. Dieser Doppelmoral, die Verbraucher in die Irre führt, müssen wir ein Ende setzen. Deshalb fordern wir ein EU-weites Verbot von Zwangsfütterung sowie eine bessere und transparente Aufklärung der Verbraucher über die Produkte, die sie konsumieren."

Die Produktion von Foie gras lässt sich mit mehreren EU-Richtlinien nicht vereinbaren, die besagen, dass "kein Tier (...) mit Nahrung oder Flüssigkeit gefüttert werden (soll), wenn dadurch unnötiges Leid oder Verletzungen entstehen" und dass "Methoden zur Fütterung und Futtermittelzusätze, die Leiden, Verletzungen oder Krankheit der Enten oder zur Folge haben oder ihrer Gesundheit körperlichen bzw. physiologischen Schaden zufügen, (...) nicht erlaubt sein (sollen)."

VIER PFOTEN setzt sich seit Jahren gegen die grausamen Praktiken der Foie-gras-Industrie ein. "Das Zwangsfüttern von Vögeln verletzt ganz eindeutig die EU-Richtlinien zum Tierschutz. Die lange Tradition der Produktion darf nicht länger eine Entschuldigung für barbarische Methoden im 21. Jahrhundert sein", betont Gabriel Paun, Kampagnendirektor bei VIER PFOTEN. "Mit unserer Beschwerde fordern wir die Europäische Kommission auf, die eigenen Richtlinien ernst zu nehmen und sowohl die Produktion als auch den Verzehr von Foie gras zu verbieten."

VIER PFOTEN-Videomaterial über die Situation auf Farmen in Ungarn sind auf Anfrage kostenfrei erhältlich.

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