Toter Luchs wird zum Kriminalfall: Anzeige gegen Unbekannt

Mautern (OTS) - Das 8jährige Luchsweibchen Hera, das am Wochenende tot auf den Bahngeleisen bei Mautern gefunden wurde, ist erschossen worden. Das hat die pathologische Untersuchung am Forschungsinstitut für Wildtierkunde der VetMed Uni Wien ergeben. Das Projektil wurde sichergestellt.

Wildpark Mautern Geschäftsführerin Doris Wolkner-Steinberger hat heute Vormittag Anzeige gegen Unbekannt erstattet: "Es ist unglaublich, dass hier versucht wurde, eine Straftat zu vertuschen. Der getötete Luchs wurde auf die Bahngeleise gelegt um ein tragisches Unglück vorzutäuschen." Reinhard Pichler, dem zoologischer Leiter, schien der vom Zug zerstückelte Tierkadaver aber von Anfang an verdächtig. Er zweifelte die Unfalltheorie an und brachte den toten Luchs zur Obduktion an die Veterinärmedizinische Universität in Wien.

Heute früh traf das - für alle Tierfreunde - tragische Ergebnis ein: Hera, das Luchsweibchen, wurde erschossen. Ein Projektil des Kalibers 7mm wurde aus dem Lendenwirbelbereich entfernt und sichergestellt. Für Reinhard Pichler tragisch: "Wir hatten immer Kontakt zum Luchs, er wurde von uns außerhalb des Geheges gefüttert und betreut. Er wäre bestimmt von selbst zum Luchs George ins Gehege zurückgekehrt. Jetzt im Herbst beginnt die Ranzzeit, außerdem wäre das Futter in freier Wildbahn knapp geworden."

"Für uns ist das ein großer Verlust, wir hatten ein harmonisches Pärchen und eigentlich auch im Frühjahr mit Nachwuchs gerechnet. Wir haben sogar deshalb das Gehege entsprechend umgebaut." sagt Wildpark-Geschäftsführerin Doris Wolkner-Steinberger.

Luchsweibchen Hera ist wie bereits berichtet im März nach einem Lawinenabgang aus dem Gehege entkommen, Jäger und Amtstierarzt waren informiert. Luchse kommen in heimischen Wäldern vor und dürfen nicht gejagt werden.

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