Bad Ischler Sozialpartner-Dialog: Zukunft Europas jetzt mitgestalten

Sozialpartner sehen Europa an einer Wegkreuzung - Wachstum ankurbeln, Jugend beschäftigen, Spekulation eindämmen

Bad Ischl (OTS/PWK719) - Der Bad Ischler Dialog der Sozialpartner steht heuer im Zeichen der Herausforderungen, vor denen die EU und vor allem das europäische Wirtschafts- und Sozialmodell stehen. Die Krisen, denen die EU gegenwärtig ausgesetzt ist, können nur gemeinsam innerhalb Europas gelöst werden. Die österreichischen Sozialpartner haben dazu umfassende Vorschläge gemacht, die sie im Rahmen des 7. Sozialpartnerdialogs mit VertreterInnen aus der österreichischen und europäischen Politik und der Wissenschaft am 15. bis 16. Oktober 2012 diskutieren. Die Sozialpartner halten ungebrochen an der europäischen Integration als Leitidee für Österreich fest.

Foglar: "Weniger Kaputtsparökonomie, mehr Wachstum und Beschäftigung"

ÖGB-Präsident Erich Foglar ging bei der Eröffnung auf das Thema der Tagung "Zukunft Europa" ein: "Eine gute Zukunft in Europa ist dann wieder möglich, wenn es nicht Länder mit mehr als 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit gibt, das hat sich die Jugend Europas nicht verdient." Die Sozialpartner würden sich konstruktiv den Herausforderungen nähern, so Foglar: "Wir werden das Panikorchester nicht verstärken, wir werden konstruktive Vorschläge machen, welches Europa wir wollen." Für den ÖGB stellte Foglar klar: "Wir wollen in Europa weniger Kaputtsparökonomie und mehr Wachstum und Beschäftigung. Die Werte Solidarität und Zusammenhalt sollen in Europa wirklich gelebt werden."

Tumpel: "Brauchen vernünftige Regulierungsmechanismen"

Nach dem Zusammenbruch einer großen US-Bank im Jahr 2008 hätten viele in Europa gemeint, das habe mit uns nichts zu tun", sagte AK Präsident Herbert Tumpel zum Ausgang der Wirtschaftskrise, deren Folgen Europa bis heute beschäftigen. "In Wirklichkeit hat das uns alle getroffen. Das Aufgreifen der Vorschläge der Sozialpartner -Kurzarbeit, Konjunkturpakete, Arbeitsmarktpakete - durch die Bundesregierung hatte den Effekt, dass Österreich die Krise wesentlich besser gemeistert hat." Damals hätten viele auch die Hoffnung gehabt, die Finanzmärkte würden nun gezähmt werden. "Es hat lange gedauert, aber mit der Einführung einer Finanztransaktionssteuer gibt es nun doch positive Signale in dieser Richtung." Es gebe in Europa viel zu tun, so Tumpel. "Wir brauchen vernünftige Regulierungsmechanismen, damit wir nicht länger Spielball sein können."

Leitl: "Europa braucht jetzt Sozialpartner-Union"

"Europa wird und muss sich vertiefen. Wir können nur miteinander gehen - oder wir müssen miteinander gehen. Denn für Europa gilt jetzt: to swim together or to sink alone. Und wir wollen nicht sinken. Daher braucht Europa jetzt nicht nur eine Fiskal- oder Banken-, sondern auch eine Sozialpartner-Union", betonte WKÖ-Präsident Christoph Leitl. Mit dem heute präsentierten gemeinsamen Papier möchten die Sozialpartner Handlungsoptionen aufzuzeigen. Vor allem mit dem System der dualen Ausbildung könne Österreich hier einen bewährten und erfolgreichen Weg vorzeigen, betonte der WKÖ-Präsident.
"Wir wollen das System der Sozialpartnerschaft stärker mit der europäischen Dimension verbinden. Je mehr uns das gelingt, desto erfolgreicher können wir sein für Europa - und damit auch für Österreich." Trotz Basel III müsse gewährleistet sein, dass die Realwirtschaft vom Kapitalmarkt ausreichend mit Liquidität versorgt wird. Und die internationale Spekulation müsse durch Regulierungen besser in die Schranken gewiesen werden, schloss sich Leitl den anderen Sozialpartner-Präsidenten an, die auch in der Frage einer Trennung der Geldinstitute in Investment- und Geschäftsbanken einer Meinung waren.

Wlodkowski: "Landwirtschaft wichtiger Bestandteil in Europa"

"Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Bestandteil in Europa. Die Agrarpolitik der EU ist ein Erfolgsmodell", betonte LKÖ-Präsident Gerhard Wlodkowski. Innerhalb der EU produzierten Landwirte Lebensmittel für insgesamt rund 500 Millionen Menschen und hielten den ländlichen Raum in Ordnung. Um diese wichtige Funktion auch in Zukunft zu sichern und die Abwanderung aus dem ländlichen Raum einzudämmen, sei es notwendig, die Förderpolitik der EU und die dazugehörigen Mittel zu erhalten. (PM)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Stabsabteilung Presse
Mag. Rupert Haberson
Tel.: (+43) 0590 900-4362
presse@wko.at
wko.at/Presse

AK Wien Kommunikation
Thomas Angerer
Tel.: +43-1 501 65-2578
thomas.angerer@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

ÖGB-Kommunikation
Nani Kauer
Tel.: 0664 6145 915
nani.kauer@oegb.at
www.oegb.at

LK Österreich Kommunikation
Dr. Josef Siffert
Tel.: (0676) 83441852
j.siffert@lk-oe.at
http://www.agrarnet.info

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0005