Blecha zu "Expertenvorschlag" für Pensionsreform: "Schlimmster Anschlag auf Junge und sozial Schwache"

"Expertenkampagne" verbreitet völlig falsche Zahlen - Österreichs solidarisches, umlagefinanziertes Pensionssystem ist sicher

Wien (OTS/SK) - Als "schlimmsten Anschlag auf Junge und sozial Schwache in den letzten Jahrzehnten" bezeichnet Karl Blecha, Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ) und des Seniorenrates, das "von selbsternannten Experten und realitätsfernen Ökonomen" verbreitete Modell für eine "ultimative Pensionsreform". In einer gemeinsamen Pressekonferenz erteilten die beiden Präsidenten des Seniorenrates, Blecha und Khol, dem u.a. von angeblichen Pensionsexperten wie Ulrich Schuh propagierten Pensionsmodell, das "vollkommen falsche Zahlen" verbreite, "eine klare Absage" und betonten, dass sie dieses "massiv bekämpfen" werden. ****

Blecha stellte klar, dass sich das sichere österreichische Pensionssystem auf drei starke Säulen stütze. Neben den Beiträgen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sei auch der Beitrag des Staates ein "fixer Budgetposten wie Bildung, Familie, Sicherheit und Forschung". Mit Defizitabdeckung habe dies "überhaupt nichts zu tun". Des Weiteren operiere die Kampagne mit völlig falschen Zahlen. Die in das "Expertenpapier" eingerechneten Kosten für u.a. Ausgleichszulagen zählen nämlich, so Blecha, "zur Armutsbekämpfung und haben mit den Pensionskosten nichts zu tun". Die tatsächlichen Pensionskosten betragen daher 3,7 Milliarden und nicht - wie in der Kampagne fälschlicherweise behauptet - 6,7 Milliarden Euro. Damit ist der staatliche Zuschuss - prozentuell am BIP gerechnet - heute sogar geringer als zu den Anfangszeiten des staatlichen Pensionssystems, erklärt der PVÖ- und Seniorenratspräsident. Der Seniorenrat spricht sich daher - aus Gründen der Transparenz und Vergleichbarkeit mit anderen Ländern - dafür aus, diesen Budgetposten künftig auch gesondert zu budgetieren.

Die Vertreter der älteren Generation sprechen sich klar gegen ein Krankreden des österreichischen, staatlichen Pensionssystems und unsoziale Reformen aus, denn, so Blecha: "Wir fühlen uns dazu verpflichtet, zwei Grundsätzen in all unseren gesellschaftlichen Anliegen treu zu bleiben. Leistung und Solidarität." Klar sei, dass "nicht die demographische Entwicklung das System gefährdet, sondern die ökonomische". Denn entgegen anderslautender Behauptungen ist die Zahl der Beschäftigten in den letzten Jahren um 390.000 angestiegen, die Zahl der Seniorinnen und Senioren hingegen nur um 280.000. Für Blecha ist daher klar: "Die Finanzierbarkeit des Sozialstaates hängt von der Förderung von Beschäftigung und Wachstum ab und wird nicht durch die steigende Lebenserwartung gefährdet."

Anstatt den staatlichen Zuschuss zum staatlichen Pensionssystem streichen zu wollen, müsse vielmehr das faktische Pensionsantrittsalter erhöht werden. Hierzu hat der Seniorenrat bereits zahlreiche Vorschläge eingebracht. So fordern die Vertreter der älteren Generation u.a. ein Bonus-Malus-System für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Arbeitgeber, die ältere Erwerbstätige fördern, sollen finanzielle Unterstützung erhalten, während jene, die ältere Erwerbsnehmer in die Frühpension abschieben oder mobben, die Kosten für Frühpension und Arbeitslosigkeit tragen. Weiters spricht sich der Seniorenrat für altersgerechte Arbeitsplätze und die Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz aus. Denn für PVÖ-Präsident Blecha steht fest: "Beschäftigung ist der Schlüssel zur langfristigen Pensionssicherung, und nicht der unsoziale Anschlag auf Junge und sozial Schwache". (Schluss) sv/ah

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