Orthodoxer Metropolit: Griechenland braucht auch moralische Hilfe

Metropolit Arsenios nach Besuch von kirchlichen Hilfsprojekten in Athen: Neue "Netzwerke der Solidarität" entstanden

Wien-Athen, 15.10.12 (KAP) Griechenland braucht nicht nur finanzielle, sondern vor allem moralische Unterstützung, um die Finanz- und Wirtschaftskrise zu überwinden. Das hat der orthodoxe Metropolit von Austria, Arsenios (Kardamakis), betont. Der Metropolit äußerte sich im Gespräch mit "Kathpress" zum Abschluss eines Besuchs in Athen, wo er Sozialprojekte der orthodoxen Kirche besichtigte. Allein im Zentrum der griechischen Hauptstadt werden von kirchlichen Stellen 10.000 Essensportionen täglich ausgegeben. Griechenlandweit sind es mehr als 100.000.

Diese Hilfe der Kirche werde von einfachen Leuten aus dem Volk getragen, zeigte sich der Metropolit beeindruckt. Er sprach von einem neuen "Netz der Solidarität", das Hoffnung für die Zukunft mache. Umso enttäuschender sei es daher, wenn in europäischen Medien ein negatives Bild von Griechenland gezeichnet werde, das der Realität nicht entspreche. Es brauche verstärkte gesamteuropäische Bemühungen "einander besser zu verstehen und auch kulturelle und mentalitätsmäßige Grenzen anzuerkennen".

Die Griechen hätten in der Vergangenheit "mit Geld gelebt, das wir nicht hatten" und auf Schulden Waren gekauft, die nicht einmal im eigenen Land produziert wurden, räumte der Metropolit ein. Schuld an dieser Entwicklung habe freilich nicht nur das Volk, sondern maßgeblich seien dafür Politik und Banken verantwortlich. Nun gelte es, die gemachten Fehler einzugestehen und einen Neuanfang zu setzen.

Die Rolle der Kirche liegt laut dem Metropoliten neben der konkreten Hilfe für Notleidende vor allem auch in der Sorge um die Einheit des Volkes. Er sehe die Krise auch als Chance, dass Europa verloren gegangene christliche Werte wiederentdecken kann, um einem überbordenden Materialismus eine bessere Antwort entgegensetzen zu können.

Der orthodoxe Metropolit von Austria hatte im Rahmen seines Besuchs dem Athener Erzbischof Hieronymus eine Spende von 35.000 Euro überreicht. Dabei handelte es sich um den Reinerlös des Wiener Solidaritäts-Griechenfestes vom vergangenen Juni.

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