Zum 25-Jahr-Jubiläum: "Testament eines Tigers" im "Universum"

Am 16. Oktober um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Mit der Dokumentation "Testament eines Tigers" folgt am Dienstag, dem 16. Oktober 2012, um 20.15 Uhr in ORF 2 ein weiteres "Universum"-Highlight zum 25-Jahr-Jubliäum der erfolgreichen ORF-Naturfilmreihe. Der Film erzählt die berührende Lebensgeschichte von "Broken Tail", dem Tiger mit dem gebrochenen Schwanz - und zugleich das Testament eines Tieres, das zu den Letzten seiner Art zählt, denn die große indische Raubkatze ist akut vom Aussterben bedroht. Höhepunkt des "Universum"-Jubiläums ist am 25. Oktober um 20.15 Uhr in ORF 2 die 100-minütige Dokumentation "Wildnisse im Herzen Europas" von Barbara Fally-Puskás, für die Helmut Pechlaner mit seinem Enkel Österreichs Nationalparks besucht hat. Im Anschluss folgt ab 22.30 Uhr die "Lange Universum Nacht" mit insgesamt acht Naturfilmklassikern. Seit 5. Oktober ist darüber hinaus die DVD-Edition "25 Jahre Universum" im Handel erhältlich.

Die "Universum"-Dokumentation "Testament eines Tigers" von Colin Stafford-Johnson und John Murray (deutsche Bearbeitung: Margarita Pribyl) folgt den Spuren eines unerschrockenen Tigermännchens, das den sicheren Ranthambore-Nationalpark in Indien verlässt, um ein Weibchen zu finden und sich fortzupflanzen. "Such dir einen Tiger und mach eine Geschichte!", so lautet der Auftrag für den Kameramann Colin Stafford-Johnson. Tatsächlich findet der Tierfilmer "seinen" Tiger: ein prächtiges Jungtier mit gebrochenem Schwanz. Doch das ist nicht die einzige Besonderheit des Tigers: "Broken Tail", wie das Tier bald genannt wird, ist ein ausgesprochen neugieriges und abenteuerlustiges Jungtier. Das Filmteam ist begeistert, und der Tierfilmer macht es sich zur großen Aufgabe, das Leben dieses wunderbaren Tiers zu begleiten. Doch dann - über Nacht - verliert sich die Spur von "Broken Tail". Das nun schon fast erwachsene Tier scheint das Reservat verlassen zu haben. Immer wieder fragt Colin sich, was wohl passiert ist - das Schicksal des Tigers lässt ihm keine Ruhe.

Einige Zeit später wird ihm ein Zeitungsbericht vorgelegt, der das Foto eines von einem Zug getöteten Tigermännchens zeigt. Auch wenn das Unglück mehrere hundert Kilometer vom Ranthambore-Nationalpark entfernt passiert ist, weiß der Tierfilmer auf der Stelle: Das tote Tier ist "Broken Tail".

Doch: Warum hat dieses junge, prächtige Tigermännchen den Ranthambore-Nationalpark, eines der bestgeschützten Tigerreservate Indiens, verlassen? Und wie konnte das Tier in der zersiedelten Landschaft fast ein Jahr lang überleben? Colin Stafford-Johnson reist noch einmal nach Ranthambore und folgt den Spuren "seines" Tigers ins 300 Kilometer entfernte Darra. Auf dieser Reise durchs indische Rajasthan rekonstruiert er die letzten Lebensmonate "seines" Tigers. Die Reise wird zu einer Auseinandersetzung mit dem modernen Indien, auf der in erschreckender Weise klar wird, wie stark der Lebensraum der Raubkatzen durch die zunehmende Zersiedelung der Landschaft schon eingeschränkt ist und immer weiter eingeschränkt wird. Der Film lässt einen aber auch die Menschen Rajasthans besser verstehen, für die die Jagd auf Tiger einst eine lukrative Einnahmequelle war und deren Tierherden durch herumziehende Tiger gefährdet sind.

Die beeindruckenden Landschaftsaufnahmen und die bewegende Geschichte des prächtigen Tigers machen diesen mehrfach preisgekrönten Film zu einer berührenden Dokumentation, die nicht nur die Schönheit Indiens zeigt, sondern auch die Verwundbarkeit seiner Natur. Aber das "Testament eines Tigers" ist mehr als ein Naturfilm im herkömmlichen Sinn: Der Film geht unter die Haut, weil er auch die Gefühle eines Mannes spüren lässt, der mehr Zeit als nahezu jeder andere Mensch damit verbracht hat, Tiger zu filmen - und dem die Rettung dieser beeindruckenden Spezies eine Herzensangelegenheit geworden ist. Colin Stafford-Johnson findet selbst im Tod des Tigers ein Stück Hoffnung und sucht Antworten und Möglichkeiten, wie diese einzigartige Spezies vielleicht doch noch vor der endgültigen Ausrottung zu retten ist.

Der Kameramann war als unerfahrener Tierfilmer ausgezogen, doch die Jahre in Indien haben ihn geprägt. In dieser Zeit ist ihm klar geworden, wie dramatisch die Situation der Raubkatzen bereits ist. Das Glück, von einer Tigermutter mit zwei Jungen ganz nahe und vertraut an sich herangelassen zu werden, ist wenigen beschieden, und Colin Stafford-Johnson lässt die Zuseher mit dieser großartigen Geschichte an seinem Glück - und seiner Trauer - teilhaben. "Testament eines Tigers" ist ein Film, der zeigt, wie wenig Spielraum es im Zusammenleben zwischen Mensch und Tier nur mehr gibt. Es ist ein Film, der niemanden unberührt lässt.

Nähere Informationen zu den Oktober-Highlights im Rahmen von 25 Jahre "Universum" sind unter http://presse.ORF.at abrufbar.

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