JUGENDVERTRETUNG zu Sozialpartner-Dialog: Zukunft Europas durch Ausbildungs- und Jobchancen für Jugendliche sichern!

BJV fordert in neuem Positionspapier die Einrichtung eines Jugendbeschäftigungsfonds und den Ausbau von Beratungsangeboten für Jugendliche!

Wien (OTS) - In ihrem neuen Forderungspapier zum Thema Jugend und Arbeitsmarkt zeigt die Bundesjugendvertretung (BJV) auf, dass Jugendarbeitslosigkeit aktuell zu den größten internationalen Herausforderungen zählt. "Mehr als fünf Millionen junge Menschen sind EU-weit von Arbeitslosigkeit betroffen. Hier werden Jugendlichen schon von Beginn an Perspektiven genommen und es bleibt viel Potenzial auf der Strecke", betont BJV-Vorsitzender Wolfgang Moitzi. Die Probleme fangen oft schon bei der Ausbildung an, so der Vorsitzende: "Österreich geht zwar mit der Lehrausbildung einen guten Weg, jedoch bilden immer weniger Betriebe Lehrlinge aus. Damit möglichst alle Betriebe in die Verantwortung gezogen werden, fordern wir die Einrichtung eines Jugendbeschäftigungsfonds zur Förderung der Lehrausbildung. Außerdem soll das Kriterium der Lehrausbildung bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen stärker berücksichtigt werden."

Qualitative Jobs und Erhöhung der Lohnkurve gefordert!

Haben Jugendliche erst mal einen Job gefunden, müssen sie oft unter sehr schlechten Bedingungen arbeiten, erklärt Moitzi: "Die Arbeitslosenstatistik allein sagt noch zu wenig aus. Hier gibt es auch viele Dunkelziffern, beispielsweise von Jugendlichen, die sich von Praktikum zu Praktikum hanteln oder generell aus dem Ausbildungssystem verschwunden sind. Auch die Qualität und Bezahlung von Jobs für junge Menschen ist in den letzten Jahren massiv gesunken. Daher muss dringend an einer Abflachung der Lohnkurve und höheren Einstiegsgehältern gearbeitet werden. Dies würde sich auch positiv auf das Pensionssystem auswirken."

Altersgrenze erhöhen!

Ebenso muss die Altersgrenze bei jugendspezifischen Maßnahmen neu überdacht werden, betont der Vorsitzende: "Generell haben wir das Problem, dass Jugendliche ab 18 Jahren aus vielen jugendspezifischen Arbeitsmarktmaßnahmen rausfallen, aber gerade hier oft in einer Umbruchs- und Orientierungsphase stehen und mit vielen Problemen zu kämpfen haben. Deshalb fordern wir eine Erhöhung der Altersgrenzen bei entsprechenden Maßnahmen von 18 auf 24 Jahre, was auch der Altersgrenze der Jugendarbeitslosigkeitsstatistik entspricht."

Prävention und internationale Kooperation!

Generell können viele Probleme am Arbeitsmarkt bereits vorher abgefangen werden: "Investitionen in bildungspolitische Maßnahmen, wie den Ausbau von Berufsberatung und -orientierung als eigenes Unterrichtsfach ohne Benotung, zahlen sich langfristig aus. Dabei muss auch die Arbeit von Kinder- und Jugendorganisationen, die hier einen wertvollen Beitrag für junge Menschen leisten, stärker anerkannt werden", fordert Moitzi.

Insgesamt seien vor allem eine verstärkte europäische Zusammenarbeit und gemeinsame Strategien gefordert, um den Flächenbrand Jugendarbeitslosigkeit einzudämmen. Als Sozialpartnerin in Jugendfragen stelle die BJV ihre Expertise sowohl auf nationaler und internationaler Ebene zur Verfügung, so der Vorsitzende abschließend.

Link: http://www.jugendvertretung.at/infomaterial/positionspapiere/

Rückfragen & Kontakt:

Bundesjugendvertretung
Mag.a Nicole Pesendorfer
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0676/ 880 111 048
mailto: nicole.pesendorfer@jugendvertretung.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BJV0001