Aktion gegen die "Wurschtigkeitspolitik" der Regierung

Diakonie und "Brot für die Welt" betonen Menschenrecht auf angemessene Ernährung und fordern Erhöhung der Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit

Wien (OTS) - "Wenn die Leute kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen." Mit diesem naiven Spruch ging Marie Antoinette in die Geschichte ein. Eine ähnliche Wurschtigkeit beobachtet Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, bei österreichischen Politikern heute: "Marie Antoinette lebte vor 250 Jahren in Frankreich. Eine Königin in ihrer eigenen rosa Zuckerkuchenwelt. Sie hat weggesehen, anstatt sich auf das Leiden der Menschen im damaligen Frankreich einzulassen. Wir glauben, dass es heute bei Politikern eine ähnliche Haltung der Wurschtigkeit gibt. Denn sonst wäre es wohl kaum möglich, dass man dem Ziel, 0,7 %des Bruttoinlandsprodukts für die Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung zu stellen, nicht näher kommt - ein Ziel, das sich die Regierung übrigens einmal selbst gesetzt hatte. Es ist erstaunlich, aber es scheint immer noch so zu sein, dass politisch Verantwortliche keine Vorstellung davon haben, wie es Menschen geht, die Hunger haben."

Mit einer Aktion anlässlich des morgigen Welternährungstages, bei der Marie Antoinette mit einer Kutsche zum Parlament gebracht wurde, üben Diakonie und "Brot für die Welt" Kritik am beschämend geringen Budget für Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe. Österreich ist hier Schlusslicht unter den EU-Ländern.

Menschenrecht auf angemessene Ernährung

"Morgen ist der internationale Welternährungstag, und leider müssen wir noch immer von einem 'Welthungertag' sprechen", betont der evangelische Bischof Michael Bünker, Schirmherr der Aktion "Brot für die Welt". "Nach wie vor leidet jeder achte Mensch auf der Welt an Hunger und an den Folgen von Mangelernährung. Und dies obwohl Österreich das universale Menschenrecht auf ausreichende Ernährung anerkennt und die internationalen Dokumente zur Bekämpfung des Welthungers unterschrieben hat", so Bünker.

Diakonie und "Brot für die Welt" fordern eine Trendwende in der österreichischen Entwicklungspolitik und einen Stufenplan für die Erreichung des selbstgesetzten Zieles. "Die Regierung hat zwar angekündigt, die Mittel für direkte Entwicklungszusammenarbeit nicht weiter zu kürzen, aber die Parlamentarier haben jetzt schon mit dem Budgetbeschluss die Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen und die direkten EZA-Mittel wieder in der Höhe von 2010 zu dotieren", betont Michael Bubik, Geschäftsführer von "Brot für die Welt" und Vorsitzender des Dachverbands entwicklungspolitischer und humanitärer NGOs AG Globale Verantwortung. "Es darf uns NICHT wurscht sein, wenn die Leute kein Brot haben."

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