Welternährungstag - Bayr: Hunger im Sahel alarmierend

868 Millionen Menschen weltweit hungern

Wien (OTS/SK) - "Jeder Mensch der hungert, ist einer zu viel", stellt Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, zum Welternährungstag klar. Nach Angaben des jüngsten Welternährungsberichts der UNO hungern weltweit 868 Millionen Menschen. Obwohl der prozentuelle Anteil an Menschen, die hungern minimal gesunken ist, ist die Zahl der Personen leicht angestiegen. Weltweit muss jeder achte Mensch Hunger leiden. ****

"Land Grabbing, also das Pachten über viele Jahre oder der Kauf von großen Landflächen in Entwicklungsländern, tragen zur schlechten Ernährungssituation maßgeblich bei," betont Bayr. Auf diesen Flächen wird für den Export produziert, während die lokale Bevölkerung vertrieben und meist nicht entschädigt wird. Darüber hinaus werden die Böden auf dem verpachteten Land ausgelaugt und so wasserintensiv bebaut, dass auch die Menschen im Umfeld betroffen sind. "Vor kurzem habe ich mit Kleinbäuerinnen und Kleinbauern aus Mosambik gesprochen, deren Gemeindeland an eine schwedischen Firma verpachtet wurde. Sie müssen nun sehr weite Strecken zurücklegen, um zu ihren neuen Feldern zu gelangen und bemerken schon, dass es weniger Wasser gibt. Die Föhren und Eukalyptusbäume auf dem verpachteten Land brauchen einfach zu viel Wasser", berichtet Bayr.

Die Situation in der Sahelzone ist ein alarmierendes Beispiel für wiederkehrende Hungerkatastrophen: Diesen Frühling waren etwa 15 Millionen Menschen vom Hunger in der Sahelzone betroffen und die internationale Gemeinschaft reagierte nur langsam und kurzfristig. "Nach der dringenden Notwendigkeit der Soforthilfe ist es extrem wichtig, dass langfristig funktionierende kleinbäuerliche Strukturen aufgebaut werden, die den klimatischen Bedingungen entsprechend produzieren" betont Bayr. Um Hunger und Unterernährung langfristig zu reduzieren, ist das Fördern von kleinbäuerlichen Strukturen, die an die ökologischen Rahmenbedingungen angepasst produzieren, besonders wichtig. Bayr hofft auf neue Impulse durch die Nominierung Romano Prodis als Sondergesandter der Sahelzone: "Romano Prodi hat eine große Aufgabe vor sich. Sein Ziel muss sein, dass die lokale Bevölkerung nicht jedes Jahr auf internationale Hilfe angewiesen ist, sondern sich selbst ernähren kann. Ich hoffe, dass er weitsichtig agieren wird."(Schluss) sv

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