Mit Bio die Welt nachhaltig ernähren

Welthunger und Ernährungssicherheit dürfen nicht als vorgeschobene Argumente für weitere ökologische Schädigungen dienen.

Wien (OTS) - Rudi Vierbauch, Obmann von BIO AUSTRIA, fordert anlässlich des morgigen Welternährungstages eine ehrliche und ganzheitliche Betrachtungsweise der akuten Probleme:
"Ernährungssicherheit ist für uns alle von zentraler Bedeutung, Welthunger ein gravierendes Problem - sie dürfen nicht als vorgeschobenes Argument dienen, ein System fortzusetzen, dass nicht die Lösung ist, sondern viele weitere Probleme verursacht. Wir sehen, dass die nach dem Motto "Intensivierung schafft den Hunger ab" Diskussion in eine Sackgasse führt. Die grüne Revolution hat unbestritten massive Ertragsteigerungen gebracht, aber ebenso unbestritten schwerwiegende ökologische Schäden verursacht. Eine im Wesentlichen durch hohen Input an Dünger und Pestiziden erkaufte Ertragsmaximierung ist nur von kurzer Dauer und gefährdet mittel- bis langfristig die Produktivität. Biologisch produzierte Lebensmittel stellen eine solide Basis für die zukünftige Ernährung der Weltbevölkerung dar."

Zu den Milleniums-Entwicklungszielen (MDGs) der UNO aus dem Jahr 2000, die bis 2015 umgesetzt werden sollen, gehören u. a. die Anzahl der von extremer Armut und Hunger betroffenen Menschen zu halbieren sowie die Umkehr des Verlustes ökologischer Ressourcen. Am morgigen Welternährungstag, dem 16. Oktober, sind wir von der Erreichung dieser Ziele weit entfernt: Denn obwohl weltweit genügend Nahrung für alle Menschen produziert wird, leiden laut aktuellem Welternährungsbericht der FAO im Zeitraum von 2010-2012 weltweit 868 Millionen Menschen an Hunger. Es fehlt primär am Zugang zu Lebensmitteln, Boden, Wasser, standortangepassten Sorten, Infrastruktur, sozialer Mindestabsicherung und Bildung. Gleichzeitig gehen Schätzungen zufolge jährlich weltweit 10-20 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche als Folge konventioneller Intensivierung (durch zu intensiven Anbau, Überweidung, Erosion, Versalzung, falsche Bewässerung u.a.) und zunehmend auch Klimaerwärmung verloren.

Der Bericht "Trade and Environment Review 2009/2010 - Promoting Poles of Clean Growth" der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) hebt als Schlüsselbotschaft zur Bewältigung der globalen Klima-, Nahrungs- und Wasserkrise die Förderung nachhaltiger landwirtschaftlicher Methoden, einschließlich der Bio-Landwirtschaft, hervor. Der Bericht betont besonders die Möglichkeit der Kostenersparnis und Erhöhung der Ernährungssicherheit bei gleichzeitig beachtlichem Beitrag zur Klimawandelverringerung und -anpassung. Ulrich Hoffmann, der Leiter der Trade and Sustainable Development Section, verweist auch auf die signifikanten Mehrerträge von Bio gegenüber konventioneller Landwirtschaft in Afrika. Der UNCTAD-Experte hält Einwände, wonach sich die Welt mit Bio nicht ernähren ließe, für unbegründet.

Rudi Vierbauch: "Wir Biobäuerinnen und Biobauern sind überzeugt, dass es wichtig ist, alles zu tun, unsere Lebensgrundlagen zu schützen. National und international gilt es, nachhaltige und somit zukunftsfähige Landwirtschaft zu fördern."

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Eva Straka, Pressesprecherin BIO AUSTRIA
Tel.: +43/676/842 214 214
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