Neues Volksblatt: "Debakel" von Michael KALTENBERGER

Ausgabe vom 15. Oktober 2012

Linz (OTS) - "Vorwärts GenossInnen - Auf ins Wahljahr" - mit diesem Slogan empfing Parteichef Werner Faymann am Samstag Vormittag die Delegierten zum 42. ordentlichen SPÖ-Parteitag in St. Pölten.
Was so hoffnungsfroh begann, entwickelte sich zum persönlichen Debakel für Werner Faymann und zu einem Fehlstart für seinen Kanzler-Wahlkampf. Nach dem schwachen Wahlergebnis auf dem Parteitag ist es jedenfalls schwerer geworden für die SPÖ, den Menschen zu erklären, warum sie einen Mann wählen sollen, der sogar in der eigenen Parteien derart dramatisch an Vertrauen verloren hat.
Und die windigen Erklärungsversuche, mit denen die SPÖ-Geschäftsführer über das Debakel ihres Frontmannes hinwegturnen wollen, machen die Sache nicht besser. Nicht die Weigerung Faymanns, in der Inseratenaffäre vor dem U-Ausschuss seinen Mann zu stehen, nicht der über Nacht und ohne interne Debatte vollzogene Schwenk von der Wehrpflicht zum Berufsheer, nicht die Unstimmigen in der Partei, etwa über die Studiengebühren, seien schuld, sondern das Parteientransparenzgesetz und die damit verbundene Unsicherheit der Funktionäre - die im Übrigen nicht in der Lage seien, die Verdienste des Kanzlers im Zusammenhang mit der Finanztransaktionssteuer zu erkennen.
Der Kitt, der die SPÖ jetzt zusammenhält, ist die "Reichensteuer" -ist der Klassenkampf. Hoffen wir, dass es dabei nicht zu Panikaktionen kommt.

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